Badminton: Alarmstufe Rot
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 10.01.2009Badminton-Bundesligist FC Langenfeld wollte durch einen Sieg über den BV Gifhorn den Platz in der Play-Off-Runde buchen. Doch es droht Gefahr. Przemyslaw Wacha und Kathrin Wanhoff fehlen, Fabienne Deprez darf nicht helfen.
Sicher scheint in dieser Saison für den Badminton-Bundesligisten FC Langenfeld (FCL) vor allem die Unsicherheit zu sein. Und besonders die Spiele gegen den Aufsteiger BV Gifhorn entwickeln sich immer mehr zur Rechnung mit mehreren Unbekannten. Am dritten Spieltag gabs ein 3:5, weil die Russin Ella Diehl fehlte. Danach verlor der FCL nur noch eine weitere Partie (1:7 gegen 1. BC Beuel) und besorgte sich so eine sehr gute Chance zum Einzug in die Play-Off-Runde. Doch ausgerechnet vor dem Rückspiel gegen Gifhorn (morgen, 14 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) muss Langenfeld den schon in die Ecke verdrängten Rechenschieber wieder auspacken.
Vorne sind Spitzenreiter 1. BC Beuel (16:2) und Verfolger 1. BC Bischmisheim (13:3) gesetzt. Der Tabellendritte Langenfeld (11:5 Punkte) wird mit dem Vierten Gifhorn (7:7) und dem Fünften SG EBT Berlin (7:9) die Plätze drei und vier fürs Play-Off-Halbfinale unter sich aufteilen. Doch das Revanche-Duell mit dem starken Aufsteiger aus Niedersachsen hat ein paar gewaltige Tücken, denn der FCL muss personell gewaltig umplanen.
Wer an Bord ist
Bei den Herren wird der FC Langenfeld mit Björn Joppien, Mike Joppien, Thorsten Hukriede, Andreas Wölk und Philipp Wachenfeld antreten. Das eher ungewohnte Damen-Aufgebot bilden Ella Diehl und Aileen Rößler.
Sollte Gifhorn in Langenfeld gewinnen, stünde besonders der ehemalige Top-Titelfavorit SG EBT Berlin unter Druck. Berlin, ebenfalls nicht in Bestbesetzung, muss morgen immerhin beim Zweiten Bischmisheim spielen.
Aileen Rößler rückt auf
Spitzenspieler Przemyslaw Wacha tourt gerade durch Asien (Turniere in Malayia und Korea). Sein Fehlen beim Start ins neue Jahr war klar. Überraschend kommt dafür der Ausfall von Kathrin Wanhoff, die wegen ihrer Kniebeschwerden kürzlich bereits auf den Start bei den Westdeutschen Meisterschaften verzichtete. Als Ersatz käme Fabienne Deprez in Frage – wenn denn nicht am Wochenende die Westdeutschen Jugend-Meisterschaften in Mülheim auf dem Programm stünden. Deshalb hilft Aileen Rößler aus der Regionalliga-Mannschaft aus. Ins schwierige Gesamtbild passt, dass Andreas Wölk nicht in Bestform sein wird. Der Linkshänder steht nach überstandener Grippe-Erkrankung erst seit einer Woche wieder im Training. „Ich kann spielen“, sagt der Teamsprecher, „aber ich weiß nicht, ob ich erfolgreich spielen kann.“
Niesners Ankündigung
Dass Gifhorn auf diese Sorgen viel Rücksicht nimmt, ist nicht zu erwarten. „Wir probieren alles in Langenfeld“, betont BV-Trainer Hans-Werner Niesner, der seine beinah stärkste Formation ins Rennen zu schicken vermag. Sogar der in der Hinrunde fehlende Engländer Rajiv Ouseph ist diesmal dabei und dürfte dem Aufsteiger zusätzliche Qualität verleihen. „Es wird auf jeden Fall spannende Spiele geben“, vermutet Günther Joppien, der Bundesliga-Obmann des FCL. Was am Ende rauskommt, ist unsicher – wie so vieles in dieser Saison.
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