Handball: Auf Aufstieg gepolt
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 30.04.2011Handball-Verbandsligist SG Langenfeld kann sich heute seinen Traum erfüllen. Gewinnt der Tabellenführer gegen den Ohligser TV, ist er vorzeitig Meister und spielt künftig in der Oberliga. Trainer Heino Kirchhoff hat keine Zweifel.
Die vergangenen Wochen waren noch einmal zäh wie ein Kaugummi und das Spiel der Spiele wollte einfach nicht schnell genug näher kommen. Doch nun braucht der Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) nur noch ein paar lächerliche Stunden zu warten – bis zu jener Partie, an deren Ende der größte Erfolg in der Handball-Vereinsgeschichte stehen soll. Setzt sich der Tabellenführer heute Abend (18.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den Ohligser TV durch, steht er vorzeitig als Aufsteiger zur Oberliga fest. Klar ist dabei, dass weder die Mannschaft noch irgendjemand im Umfeld ernsthaft am Vollzug zweifelt. "Sicher werden wir gewinnen", betont Trainer Heino Kirchhoff.
Dass noch 60 Minuten zu absolvieren sind, ändert wenig am Langenfelder Selbstbewusstsein. Nicht mal das verkorkste Duell aus der Hinrunde vermag den Tabellenführer zu beeindrucken – obwohl seinerzeit direkt vor der Weihnachtspause nach einem 20:15 gerade mal ein 20:20 heraussprang. Der SGL fehlten am 18. Dezember 2010 die verletzten Rückraumspieler Fabian Düllberg und Sven Kniesche sowie Einsatz, Spielfreude und Leidenschaft. Kirchhoff hat dazu eine klare Meinung: "Schnee von gestern."
Was schon lange hält
Die Serie der SG Langenfeld (SGL) ist brillant, denn der Fast-Oberligist ist seit mehr als 14 Monaten in Pflichtspielen ungeschlagen – in Meisterschaft und Pokal. Das 25:31 beim TSV Aufderhöhe stammt vom 27. Februar 2010.
Es folgten saison-übergreifend 29 Punktspiele mit 55:3 Zählern aus 26 Siegen und drei Unentschieden. Auch aus diesem Grund muss die SGL gegen den aktuellen Sechsten Ohligser TV (23:19 Zähler) als hoher Favorit gelten.
Glasklare Beweise
Der Stand von heute weist Langenfeld als das deutlich beste Team der Klasse aus. Bei 40:2 Punkten aus 21 Spielen ohne Niederlage stehen 658:460 Treffer auf dem Konto. Die Abwehr ist in der Klasse unerreicht und im Angriff lediglich der Tabellenzweite Unitas Haan besser (702), den die SGL jedoch in den direkten Aufeinandertreffen zweimal glatt abfertigen konnte (36:25, 25:18). Deshalb hat der Spitzenreiter nicht nur vier Punkte mehr als die Unitas (36:6), sondern auch den direkten Vergleich auf seiner Seite – der genau dann entscheidet, wenn zwei Mannschaften punktgleich über die Ziellinie kommen. Bei einem Erfolg über Ohligs dürfte sich Kirchhoffs Team zum Abschluss beim Kettwiger TV (7. Mai) und beim TSV Aufderhöhe (14. Mai) sogar zwei Niederlagen erlauben.
Puzzle beinah fertig
Theoretisch denkbar: Langenfeld muss gegen Ohligs gar nicht gewinnen – falls Haan beim Dritten TuS Lintorf verliert (heute, 18 Uhr). Weil es allerdings viel mehr Spaß macht, den Triumph vor den eigenen Fans aus eigener Kraft zu schaffen, will die SGL selbst das letzte fehlende Teil ins fast fertige Puzzle legen. "Wir bereiten uns vernünftig vor", verspricht Kirchhoff, "und ich glaube, wir freuen uns ein bisschen, wenn wir es geschafft haben." Die zähe Zeit des Wartens ist vorbei, das Spiel der Spiele kann beginnen.
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