Volleyball: Auf dem Gipfel
VON NICOLE SCHARFETTER - zuletzt aktualisiert: 23.02.2012Volleyball (RP). Amsterdam war für die deutschen Badminton-Spielerinnen ein Triumphzug und das 3:1 gegen Dänemark brachte den ersten EM-Titel. Auch Fabienne Deprez vom FC Langenfeld darf sich Europameisterin nennen.
Die deutsche Damen-Nationalmannschaft schrieb Badminton-Geschichte – und Fabienne Deprez (FC Langenfeld/FCL) erlebte den historischen Moment in Amsterdam in vollen Zügen mit. Weil das Team des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) zum ersten Mal den kontinentalen Team-Titel holte, darf sich nun auch die Monheimerin als Europameisterin bezeichnen.
FCL-Teammanager Günther Joppien war an Ort und Stelle hautnah dabei – und begeistert: "Nach drei Bronzemedaillen in Folge haben wir mit einer guten Platzierung gerechnet. Aber Gold übertrifft all unsere Erwartungen." Deutschland schaffte schließlich im Finale mit dem 3:1 über den deutlich favorisierten Titelverteidiger Dänemark ein Kunststück, mit dem niemand gerechnet hatte.
Zweimal ohne Probleme
Die Gruppenspiele brachten lockere Erfolge – 5:0 gegen Zypern, 4:1 gegen Weißrussland. Deprez besetzte hier jeweils das dritte Damen-Einzel und zeigte in beiden Begegnungen ihr großes Potenzial. Die Partie gegen Stefanie Pinchry (Zypern/21:9, 21:7) beherrschte die 20-Jährige ebenso glatt wie das Spiel gegen Alena Ziaziulchyk (Weißrussland/21:12, 21:3).
Nächster Halt: China
Die herausragenden Ergebnisse mit Gold für die deutschen Damen und Silber für die Herren machen sich doppelt bezahlt. Beide Mannschaften sicherten sich zugleich die Teilnahme an den Team-Weltmeisterschaften vom 20. bis 27. Mai im chinesischen Wuhan. Auch für die 20 Jahre alte Fabienne Deprez wird die Reise ein weiterer Karriere-Höhepunkt.
Langenfelds Teammanager Günther Joppien ist davon überzeugt, dass die Damen gute Chancen auf eine vordere Platzierung haben. "Wir werden auf keinen Fall Fischfutter. Die großen Badminton-Nationen wie Japan, Korea oder Malaysia müssen sich in Acht nehmen", vermutet Joppien.
Trotzdem setzten die für die deutschen Damen verantwortlichen Trainer Boris Reichel und Xu Yan Wang die FCL-Spielerin im weiteren Turnier aus taktischen Gründen nicht mehr ein. Joppien sah darin aber keinen Anlass zur Traurigkeit: "Juliane Schenk, Olga Konon und Karin Schnaase sind in der Weltrangliste eindeutig höher platziert und damit in jedem Fall die stärkeren Spielerinnen. Der Titel ist aber eine Teamleistung. Jeder hat etwas dazu beigetragen."
Gefahr schnell gebannt
Auf dem Weg zum EM-Gold setzte sich die an Position zwei gesetzte deutsche Mannschaft im Viertelfinale verdient mit 3:0 gegen Frankreich durch. Nun konnte Gastgeber Niederlande den Siegeszug nur kurzzeitig ins Wanken bringen, als die deutsche Top-Spielerin Juliane Schenk im ersten Damen-Einzel gegen Judith Meulendijks unterlag (17:21, 19:21). Drei folgende Punkte machten jedoch das 3:1 und den Weg ins Endspiel frei gegen Dänemark, das in Tine Baun die derzeit beste Europäerin im Kader hat.
Schenk verlor im ersten Einzel erneut (12:21, 17:21), doch Olga Konon im zweiten Einzel und Schenk/Birgit Michels im zweiten Doppel mit einer phänomenalen Partie gegen Line Damkjaer Kruse/Marie Roepke (9:21, 21:17, 21:16) drehten den Spieß zum 2:1 um. Als dann Karin Schnaase alles gab und gegen Line Kjaresfeldt den entscheidenden dritten Punkt für Deutschland schaffte (23:21, 21:18), gabs kein Halten mehr. Auch Fabienne Deprez konnte den historischen Moment in vollen Zügen genießen.
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