Handball: Auf Standort-Suche
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 24.09.2011Handball (RP). Handball-Oberligist SG Langenfeld bleibt trotz des 24:14 bei der Oberliga-Premiere in Düsseldorf vorsichtig. Das Heimspiel gegen den MTV Rheinwacht Dinslaken wird heute die nächste Bewährungsprobe für den Aufsteiger.
Der Start war ein Volltreffer und um Längen besser als erhofft. Und der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) liegt als Aufsteiger nach seinem klaren Sieg bei der HSG Düsseldorf II (24:14) sogar auf dem ersten Platz – schon wieder. Daraus lässt sich wohl keine kühne Prognose ableiten. "Ich kann noch nicht einschätzen, wie stark Düsseldorf ist und wie stark wir sind", bestätigt SGL-Trainer Heino Kirchhoff, "dass wir Tabellenführer sind, finde ich witzig." Möglicherweise hilft die Heimpremiere den Langenfeldern, die Dinge besser einzuordnen. Die Aufgabe heute Abend (18.30 Uhr, Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den MTV Rheinwacht Dinslaken gilt auf jeden Fall als wichtige Etappe auf dem Weg zum Klassenerhalt.
Wieder ohne Düllberg
Kirchhoff und sein Team müssen derzeit unverändert den personellen Mangel verwalten: "Wir beschäftigen uns damit, unsere Spieler peu à peu gesund zu pflegen." Matthias Herff (Kreuzbandriss) und Alexander Klimke (Rücken) gehören allerdings in eine gesonderte Kategorie, während Fabian Düllberg (Muskelfaserriss) wenigstens demnächst zurückkehren kann. Fürs Duell mit Dinslaken steht der lange Rückraumspieler allerdings noch nicht zur Verfügung. Hoffnung auf einen Einsatz gibt es dafür bei Niklas Körner (in Düsseldorf kurz nach der Pause umgeknickt).
Schon 19 Monate alt
Für diese irre Serie kann sich der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) nicht viel kaufen, aber die Ausbeute nach dem 27. Februar 2010 ist definitiv großartig. Damals gabs in der Verbandsliga das 25:31 beim TSV Aufderhöhe – und dann in der Meisterschaft keine Niederlage mehr. Für den Rest aus 2009/2010 holte Langenfeld noch 15:1 Zähler.
In der Aufstiegs-Serie 2010/2011 blieb das Team mit 46:2 Zählern ungeschlagen. Nach dem ersten Oberliga-Sieg vom 24:14 in Düsseldorf steht das Erfolgskonto saison-übergreifend bei 63:3 Punkten. Anders ausgedrückt: Die SGL verlor keins ihrer vergangenen 33 Meisterschafts-Spiele.
Dinslaken lebt besonders von seinem sehr erfahrenen Spielertrainer Marius Timofte. Der 44-Jährige ist Dreh- und Angelpunkt, Torschütze und Passgeber. Kirchhoff: "Er hat dort alles in der Hand." Bei der Auftakt-Niederlage (32:35) des MTV gegen die DJK Adler Königshof (einer der Meisterschafts-Favoriten) steuerte Timofte zehn Treffer bei – und Beobachter Kirchhoff nahm alles genau zur Kenntnis. Dass sich Langenfeld jetzt nicht das Geschehen diktieren lassen möchte, versteht sich von selbst. Schließlich war die beeindruckende Abwehrleistung in Düsseldorf ein echter Beleg für die volle Klassentauglichkeit zumindest in der Defensive.
Freies Oktober-Wochenende
"Wir werden uns in die Oberliga reinfressen", betont Kirchhoff, " ich denke, dass wir Dinslaken zu Hause schlagen können." Im Übrigen meint es der Spielplan gar nicht schlecht mit dem Klassen-Neuling. Vor dem ersten freien Wochenende (29. Oktober) warten weitere vier Aufgaben bei der SG Solingen BHC 06 II (1. Oktober), gegen die SG Dülken (8. Oktober), beim Neusser HV (16. Oktober) und gegen den TV Lobberich (22. Oktober). Die Meisterschafts-Anwärter wie Adler Königshof (5. November) oder TV Aldekerk (26. November) kommen erst später. Spätestens dann werden die Langenfelder auch wissen, wo sie sich einzuordnen haben.
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