Handball: Aufbruch ins Ungewisse
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 17.09.2011Handball (RP). Für die Handballer der SG Langenfeld beginnt heute bei der HSG Düsseldorf II die erste Oberliga-Saison. Trainer Heino Kirchhoff glaubt trotz personeller Probleme fest an seine Mannschaft, deren oberstes Ziel der Klassenerhalt ist.
Rund vier Monate sind erst vergangen. Damals feierte der Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) nach einer imponierenden Serie mit 46:2 Punkten aus 24 Spielen ohne Niederlage den Aufstieg in die Oberliga – den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte.
Die Premiere heute Abend (18 Uhr) bei der HSG Düsseldorf II wird die Mannschaft um Trainer Heino Kirchhoff trotzdem in erster Linie ein Stress-Test. "Für Euphorie hatten wir zu viele schlechte Nachrichten zu verarbeiten", sagt Kirchhoff. Gleichzeitig ist er sehr darum bemüht, die Gefahr auf das richtige Maß zu begrenzen: "Wir haben auf jeden Fall eine wettbewerbsfähige Mannschaft und das Potenzial, unser Ziel zu erreichen." Gemeint ist nicht mehr und nicht weniger als der Klassenerhalt.
Drei Stützen fehlen
Zwei echte Hiobsbotschaften waren in den vergangenen Wochen die Verletzungen von Matthias Herff (Kreuzbandriss) und Alexander Klimke (Rücken). Herffs Fehlen reißt unter anderem aufgrund seiner Schnelligkeit eine große Lücke, während Rechtsaußen Klimke immer mit Zuverlässigkeit und starker Chancenverwertung zu überzeugen wusste.
Ziele und Termine
Trainer Heino Kirchhoff findet es verblüffend, dass seiner Kenntnis nach im Grunde kein Kollege den Kampf gegen den Abstieg auf der Rechnung hat: "Alle wollen einen Platz im Mittelfeld." Mannschaften wie der Vorjahreszweite DJK Adler Königshof dürften allerdings mit etwas anderen Ambitionen in die Saison gehen.
Im Spielplan hätte es für Langenfeld schlimmer kommen können. Nach der Partie in Düsseldorf folgt am 24. September (18.30 Uhr) das Heimdebüt gegen Rheinwacht Dinslaken (zuletzt auf Rang fünf). Anschließend geht es zur SG Solingen BHC 06 II (1. Oktober/Zwölfter) und gegen die SG Dülken (8. Oktober/Zehnter).
In Fabian Düllberg (Muskelfaserriss) fehlt zumindest für den Auftakt in Düsseldorf eine dritte Stammkraft aus dem Aufstiegs-Team, sodass auch der Rückraum der SGL geschwächt ist. Um so mehr kommt es darauf an, dass André Eich (zuletzt DJK Adler Königshof/Oberliga) als neuer Regisseur die Dinge mit Überblick entsprechend lenken kann.
"Wir haben eine kürmelige Situation", betont Kirchhoff, "aber wir werden das schon hinkriegen." Für Entlastung dürfte die Rückkehr der zuletzt angeschlagenen Dawid Rosiak (linke Seite) und Christian Majeres sorgen (rechte Seite). Außerdem war der Coach mit der Arbeit in den Übungseinheiten dieser Woche sehr einverstanden, sodass er durchaus realistische Aussichten auf einen ordentlichen Saisonstart und den Ausgang der Partie als völlig offen sieht: "Das wird von der Tagesform, den Nerven und der besseren Kondition abhängen."
Überragende Bilanz
Der Vorjahres-Siebte Düsseldorf mit Trainer Benny Daser gehört zwar nicht zu den Top-Mannschaften der Oberliga, ist dort aber eine feste Größe. Besonderen Respekt hat Kirchhoff vor Spielern wie Markus Neukirchen (linker Rückraum), die über viel Wurfkraft verfügen – und eine Abwehr nahezu pausenlos beschäftigen können.
Hier hatte die SGL als Meister der Verbandsliga mit nur 530 Gegentreffern aus 24 Begegnungen (Durchschnitt 22,08) einen überragenden Wert vorzuweisen. Kann die SGL daran anknüpfen, dürfte der Stresstest kein aussichtsloses Unterfangen sein.
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