Badminton: Bühne frei, Vorhang auf!
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 23.03.2007Badminton-Bundesligist FC Langenfeld trifft im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft auf den 1. BC Beuel. Beide Duelle der rheinischen Nachbarn dürften spannend werden. Es kribbelt – denn die Saison geht erst richtig los.
Damals und heute
Unvergessen ist das spektakuläre Ende der Saison 2003/2004, als sich Beuel und Langenfeld im Finale einen Krimi der besonderen Art lieferten. Damals verlor der FCL beim 1. BC mit 3:5, drehte aber den Spieß im Wahnsinns-Rückspiel noch um und wurde durch das 6:2 Deutscher Meister.
1. BC Beuel: Wu Yunyong, Marc Zwiebler, Ian Maywald, Ingo Kindervater, Marc Hannes, Petra Overzier, Birgit Overzier, Mareike Busch; FCL: Björn Joppien, Przemyslaw Wacha, Thorsten Huk-riede, Mike Joppien, Andreas Wölk, Kamila Augustyn, Nadiezda Kostiuczyk, Carola Bott.
Bis jetzt war alles nur ein Vorgeplänkel. Seit dem 1. Oktober 2006 hat die Badminton-Bundesliga auf die Entscheidung hingearbeitet. Und jetzt geht der Kampf um die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft erst richtig los. Der FC Langenfeld (FCL) beendete die Normalrunde nach einer beeindruckenden Rückserie als Tabellen-Erster. Folge: Im Play-Off-Halbfinale gibts das immer wieder reizvolle rheinische Duell mit dem 1. BC Beuel (Vierter). Heute Abend (19.30 Uhr) kommt in Bonn der erste Akt zur Aufführung. Am Sonntag (14 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) entscheidet sich im Rückspiel, wer ins Finale einzieht.
Langenfeld ist zuversichtlich, die Hürde zu übersprungen. „Wir haben ein kleines Plus“, sagt Günther Joppien, der Bundesliga-Obmann des FCL. Beuel kann seit ein paar Wochen nur noch sehr eingeschränkt auf die Weltmeisterschafts-Dritte Petra Overzier zurückgreifen. Die 24-Jährige und ihr Lebensgefährte Boris Reichel sind „werdende Eltern“ (Nachwuchs soll im Sommer zur Welt kommen). „Wir werden das nach Tagesform entscheiden“, erklärt Beuels Team-Verantwortlicher Marc Hannes, „vielleicht kann Petra im Doppel spielen. Ein Risiko werden wir auf gar keinen Fall eingehen.“
Mögliche Punktelieferanten
Daraus folgt, dass der FCL in den Spielen mit Damen-Beteiligung klare Vorteile hat. Kamila Augustyn sollte das Einzel gewinnen, Augustyn und Nadiezda Kostiuczyk gelten fürs Doppel als hohe Favoritinnen. Daneben sieht Günther Joppien besonders „ein Herren-Doppel, das zweite und das dritte Herren-Einzel“ als Punktelieferanten. Offen bleiben demnach drei Partien – ein zweites Herren-Doppel sowie das Mixed und das erste Herren-Einzel.
Hier bekommt es der Deutsche Meister Björn Joppien mit dem zuletzt immer stärker gewordenen Wu Yunyong zu tun. Der Chinese erreichte kürzlich bei den German Open (Mülheim) das Halbfinale. Zeichen der Hoffnung: Joppien gelang in der Normalrunde bei einer Niederlage immerhin auch ein Sieg.
Angebrachte Rivalität
Langenfeld sieht sich trotz guter Chancen noch lange nicht am Ziel. „Wir werden voll konzentriert sein“, sagt Günther Joppien. Und er vermutet wohl mit Recht, „dass die Emotionen hochgehen“. Marc Hannes sieht seine Beueler auf der anderen Seite als Außenseiter: „Wir müssten wohl fünf Herrenspiele gewinnen, doch dafür ist Langenfeld viel zu stark.“ Mit Geschenken mag er allerdings nicht dienen. Es soll ein möglichst heißer Kampf werden – im Interesse aller Fans. Und einen guten Schuss nachbarschaftlicher Spannung hält Hannes sogar für angebracht: „Das ist eine gesunde Rivalität.“ Bis jetzt war eben alles nur ein Vorgeplänkel.
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