Das Badminton-Fest
VON ROBERT DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 22.03.2008Der Badminton-Bundesligist FC Langenfeld empfängt im ersten Halbfinale der Play-Offs den rheinischen Rivalen
1. BC Beuel. Da beide Mannschaften personell stark besetzt sind, gibt es keinen eindeutigen Favoriten.Für den Badminton-Bundesligisten FC Langenfeld (FCL) ist es das Spiel des Jahres. Im Play-Off-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft stehen an diesem Wochenende die Partien gegen den 1. BC Beuel an. Dem Hinspiel heute in Langenfeld (15 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) folgt die Entscheidung morgen in Beuel (14 Uhr). Dank eines starken Endspurts in der Normalrunde kamen die Bonner am letzten Spieltag noch auf den ersten Platz in der Abschlusstabelle und sind daher der Halbfinal-Gegner für den FCL (Vierter der Normalrunde).
Das Duell der rheinischen Rivalen, welches in der Vergangenheit stets für viele Emotionen und volle Hallen gesorgt hat, ist für die Langenfelder auf jeden Fall das attraktivste Los. Der Meister von 1989 und 2004 rechnet sich zudem gute Möglichkeiten aufs Weiterkommen aus. In der Normalrunde gab es zwar nach dem 4:4 in Beuel zu Hause eine 3:5-Niederlage. In beiden Spielen fehlte aber Andreas Wölk (auf Weltreise). Der Einzelspezialist ist seit Anfang des Jahres wieder dabei und wird in den Play-Off-Partien eine wertvolle Stütze sein.
Motivierte Berliner
Im zweiten Halbfinale treffen heute und morgen der 1. BC Bischmisheim und die SG EBT Berlin aufeinander. Bischmisheim ist der Meister der Jahre 2006 und 2007. In der vergangenen Saison gewann das Team den Titel nach einem dramatischen Finale gegen den FC Langenfeld.
Berlin ist auf der bisherigen Siegerliste dagegen nicht zu finden. Deshalb wird die Mannschaft besonders motiviert sein, den Einzug ins Finale (am 3. und 4. Mai) zu schaffen.
Zwieblers starkes Comeback
Im Mittelpunkt stehen aber zwei andere. Przemyslaw Wacha, polnischer Spitzenspieler und seit langem in Diensten des FCL, machte am vergangenen Wochenende bei den Swiss Open auf sich aufmerksam. Bei dem Super Series-Turnier (höchste Kategorie) erreichte er das Halbfinale und musste sich hier erst dem Weltranglistenzweiten Lee Chong Wei (Malaysia) geschlagen geben. Auf Beueler Seite feierte Marc Zwiebler nach einer langwierigen Rückenverletzung ein sensationelles Comeback in 2007. Eine Reihe von Turniererfolgen auf europäischer Bühne krönte der 23-Jährige im Februar mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Sein Gegner im Finale war damals Langenfelds Björn Joppien. Wenn alles normal läuft, treffen die beiden auch heute und morgen im zweiten Herreneinzel aufeinander. Bei den Damen kann der FCL auf die starken Kamila Augustyn (Polen) und Ella Diehl (Russland) setzen.
Das schönste Geschenk
Die „alten Herren“ der Langenfelder sind Thorsten Hukriede (31) und Mike Joppien (29). Beide treten seit einiger Zeit im Training wegen beruflicher und familiärer Verpflichtungen kürzer. Im zweiten Herrendoppel sind beide aber eine Bank (in der Normalrunde nur eine Niederlage). Und Joppien könnte sich kurz vor seinem 30. Geburtstag selbst ein schönes Geschenk machen. Weil beide Teams auf allen Positionen stark besetzt sind, gibt es keinen eindeutigen Favoriten. Klar ist nur eins: Für die Zuschauer wird das rheinische Derby auf jeden Fall ein echtes Badminton-Fest.
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