Fußball: Das "falsche" Ergebnis
VON ROBERT DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 08.03.2010Lange war der HSV Langenfeld im Derby der Fußball-Landesliga bei TuSpo Richrath auf dem richtigen Weg. Doch dann drehten die bis dahin völlig harmlosen Gastgeber das 0:1 in kurzer Zeit zum höchst schmeichelhaften 2:1-Sieg.
Fußball kann richtig ungerecht sein. Am Ende gewinnt nämlich immer der, der mehr Tore geschossen hat – und nach dem Wie fragt die Tabelle nicht. Ein besonders krasses Beispiel bot das Landesliga-Derby zwischen TuSpo Richrath und dem HSV Langenfeld. Die Hausherren, die über 90 Minuten selten den Eindruck machten, an einem Fußballspiel mitzuwirken, siegten mit 2:1 (1:0). Während die Richrather den Erfolg ausgelassen feierten, regierte beim HSV die reine Fassungslosigkeit. "Wir müssen unsere Dinger reinmachen", meinte Trainer Guido Röhrig. "Unser Sieg war sicher glücklich. Ein Unentschieden wäre vielleicht gerecht gewesen", fand TuSpo-Kollege Ganija Pjetrovic, der sich mit dieser Einschätzung noch im sehr optimistischen Bereich befand.
Am Ende nur Karten
Nach dem Doppelpack zum 2:1 war die Moral des HSV gebrochen und das Anrennen in der Schlussphase wenig planvoll. Höhepunkte gabs nur noch in Form von Platzverweisen. In der 78. Minute musste der bereits verwarnte Julian Ramos-Lucas (TuSpo) mit der Gelb-Roten Karte runter.
Kurz vor dem Ende folgte ihm Langenfelds Michael Dahmen (90.). Nachdem der Schiedsrichter ein Foul gegen ihn gepfiffen hatte, beschwerte sich der HSV-Akteur zu heftig. Die Rote Karte war hart, aber sicher vertretbar.
Erster Anlauf erfolgreich
Die Partie bot von Beginn an wenige Höhepunkte, aber die Gäste waren klar aktiver. Beim ersten richtig guten Angriff ließ Philipp Hombach rechts Francesco La Rosa stehen. Die folgende Flanke fand Christian Engels, der per Kopf das 1:0 für den HSV erzielte (13.). Auch danach hatte Langenfeld mehr vom Spiel und durch Stefan Laschewski eine echte Großchance. Doch der Stürmer brachte es nicht fertig, die Hereingabe von Engels aus kürzester Distanz im Richrather Kasten unterzubringen (24.).
Auch im zweiten Durchgang war Röhrigs Elf die bessere Mannschaft. TuSpo-Keeper Pascal Tillges konnte den Distanzschuss von Hombach zur Ecke parieren (49.). Es schien sogar, als könnte der HSV in der Schlussphase zulegen. Engels' Versuch ging vorbei (72.), ehe im Richrather Strafraum die totale Konfusion herrschte. Nach mehreren Anläufen landete der Ball bei Laschewski, der das Spielgerät völlig frei in Tillges' Finger schob (75.).
Derber Doppelschlag
Richrath war bis dahin zu nicht einem einzigen gefährlichen Abschluss aufs Langenfelder Tor gekommen. Dabei wäre es vermutlich geblieben, hätte der HSV nicht zwei krasse Abwehrfehler selber produziert. Beim 1:1 stand Sebastian Milinski plötzlich ganz alleine (75.). Nur Sekunden später gabs das gleiche Muster und diesmal vollendete Pasquale Rizzelli zum 2:1 (77.). Weil Langenfeld nun nicht mehr aufstand, wars bereits die Entscheidung. In der 84. Minute erspielte sich Richrath tatsächlich eine erste Chance selbst. Den Schuss von Rizzelli parierte HSV-Keeper Christian Hoffmann, was am seltsamen Ergebnis aber nichts änderte.
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