Handball: Das Finale mit Feuer
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 14.05.2011Handball-Verbandsligist SG Langenfeld steht als Oberliga-Aufsteiger fest. Jetzt will der Meister auch das letzte Saisonspiel beim TSV Aufderhöhe ungeschlagen hinter sich bringen. Die Partie aus der Hinrunde war knüppelhart.
Grundsätzlich sind alle Dinge geklärt, die für den Handball-Verbandsligisten SG Langenfeld (SGL) wichtig waren. Das Team um Trainer Heino Kirchhoff steht als Meister und Aufsteiger zur Oberliga fest. Daraus folgt, dass der Rest zur reinen Pflicht verkommen könnte – was aber zuletzt nicht der Fall war, als der Spitzenreiter mit 41:25 beim Kettwiger TV gewann. Das Saisonfinale heute (18.30 Uhr, Halle Börkhaus-Siebels) beim TSV Aufderhöhe dürfte jedoch noch viel mehr zu bieten haben. Erstens kämpft Langenfeld um den Bestand einer Erfolgsgeschichte und zweitens handelt es sich eben um Aufderhöhe.
Die SGL hat in dieser Saison aus 23 Partien 44:2 Punkte gesammelt. "Ich fände es schade, wenn diese Serie jetzt zu Ende geht", sagt Kirchhoff, der mit seiner Mannschaft seit beinah 15 Monaten ungeschlagen ist. Am 27. Februar 2010 verlor die SGL mit 25:31 – beim TSV Aufderhöhe. Es folgten 15:1 Punkte in acht Restspielen für 2009/2010, sodass Kirchhoffs Team saison-übergreifend 59:3 Punkte zu verteidigen hat. Unter Berücksichtigung der fünf Erfolge im Kreispokal ist der Oberliga-Aufsteiger mittlerweile seit 36 Pflichtspielen ungeschlagen.
Weniger Platz
Der TSV Aufderhöhe hat was von einer Wundertüte, aber das Team von Trainer Gunnar Holz gilt mit 17:5 Punkten in seiner engen Halle als heimstark. Bisher konnten nur der Zweite Unitas Haan (33:28) und der Dritte TuS Lintorf (33:30) in Aufderhöhe gewinnen.
"Das wird noch mal eine schwere Aufgabe für uns", sagt Langenfelds Trainer Heino Kirchhoff. Im Vergleich zum 20:20 aus der Hinrunde fehlen die verletzten Dawid Rosiak und Niklas Körner.
Schwierige Varianten
Aufderhöhe dürfte auf derartige Bilanzen nicht viel geben – wie unter anderem das extrem intensiv geführte Duell aus der Hinrunde vermuten lässt. Damals entführte der TSV, angetrieben vom ehemaligen Langenfelder Dennis Werkmeister, einen Punkt aus der Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium (20:20). Die SGL kam dabei weder mit den wechselnden Deckungsvarianten der Gäste zurecht noch mit dem hohen Einsatz – bei dem manche die Grenzen des Erlaubten überschritten. Kirchhoff rechnet natürlich damit, dass die Partie heute wiederum voller Emotionen steckt: "Das geht gar nicht anders. Dazu sind beide Mannschaften viel zu heiß und zu ehrgeizig. Der Bessere soll gewinnen. Ich hoffe aber, dass wir mit Respekt behandelt werden. Ich erwarte ein faires Spiel."
Alte Verbindungen
Irgendwie hat es am Ende mit ihm selbst zu tun, weil er als Handball-Verrückter ganz alte Bindungen nach Aufderhöhe pflegt. Aktuell war Kirchhoff in dieser Saison zusätzlich als spielender Coach für die Dritte des TSV verantwortlich, mit der er kürzlich den Aufstieg aus der 2. Kreisklasse in die 1. Kreisklasse schaffte. Die Entscheidung fiel übrigens erst am letzten Spieltag mit einem 22:20-Sieg über die Aufderhöher Vierte (hätte selbst aufsteigen können). Jetzt spricht erneut alles für ein intensives Finale – obwohl die wichtigen Dinge grundsätzlich schon geklärt sind.
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