Handball: Das Gerüst steht schon
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 19.03.2011Handball-Verbandsligist SG Langenfeld geht fest vom Aufstieg in die Oberliga aus und der Spitzenreiter will auch die Partie gegen den TV Angermund ernst nehmen. Trainer Heino Kirchhoff bleibt. André Eich ist der erste Neuzugang.
Die Mannschaft hat vier Punkte Vorsprung und beide Spiele gegen den ärgsten Rivalen klar gewonnen. Deshalb zweifelt niemand ernsthaft daran, dass der Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) bald als Aufsteiger zur Oberliga feststeht – erst recht nicht nach dem meisterlich-kühlen 25:18 vom vergangenen Wochenende bei Unitas Haan.
Der Erfolg über den Zweiten war so etwas wie ein Schlüssel in die Zukunft. Erstes konkretes Ergebnis: Trainer Heino Kirchhoff bleibt. Zweites konkretes Resultat: André Eich (22) kommt (wir berichteten). Der Spielmacher bringt Oberliga-Erfahrung mit – aus seiner Zeit bei der SG Solingen BHC 06 II und bei der DJK Adler Königshof, für die er momentan noch spielt. Eich, ein Regisseur mit viel Durchschlagskraft, stammt ursprünglich allerdings aus der Langenfelder Jugend.
"Auf die Oberliga habe ich richtig Lust", betont Kirchhoff. Dabei kann er auf einen großen Teil des bisherigen Kaders bauen, in dem drei Keeper stehen werden. Zu Tobias Hanke und Christian Wansing rückt fest das aus der A-Jugend stammende Talent Fabian Bremer hoch.
Suche nach Perfektion
Handball-Verbandsligist SG Langenfeld ist zwar als Team aus vielen wichtigen Einzel-Bausteinen keine Übermannschaft, spielt allerdings eine überragende Saison. 34:2 Punkte aus 18 Spielen ohne Niederlage mit 566:406 Treffern sind famos. Luft alles perfekt, könnte der Tabellenführer am 30. April durch einen Sieg im Heimspiel gegen den Ohligser TV den Aufstieg amtlich machen.
Dann wären selbst Niederlagen in den beiden letzten Saisonspielen unschädlich für den Spitzenreiter. Der Tabellenzweite Unitas Haan (28:6 Zähler) kann in diesem Fall den bei Punktgleichheit entscheidenden direkten Vergleich nicht mehr gewinnen.
Ungewiss ist die Zukunft von Tobias Kottwitz, der bis Ende des Jahres 2010 unumstritten die Nummer eins war. Die Operation am Anfang Januar gerissenen Kreuzband soll erst im Mai sein und anschließend folgt sicher eine lange Pause (etwa sechs Monate). Unklar ist zudem. ob die beiden Linkshänder Niklas Körner und Sven Kniesche weitermachen (Ausbildung).
Wageners neue Rolle
Es bleiben unter anderem Fabrice Voigt, Fabian Düllberg, Vinzenz Preissegger, Matthias Herff, Christian Majeres, Andreas Nelte, Alexander Klimke und Stefan Wagener – der sich in einer anderen Rolle wiederfinden wird.
Weil bei Tobias Justen womöglich verstärkt aufs Studium Rücksicht nehmen muss, bliebe die ganze Kreisläufer-Last an Andreas Nelte hängen. Kapitän Wagener, ein Ur-Langenfelder mit Allrounder-Qualitäten, soll den Teamkollegen künftig auf einem neuen Arbeitsgebiet unterstützen.
Kein Glanz-Versprechen
Dass im weiteren Fahrplan für heute (18.30 Uhr, Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium) ein Heimsieg über den Vorletzten TV Angermund steht, gehört zum Selbstbewusstsein eines noch unbesiegten Tabellenführers – der jedoch keine Garantie für viel Glanz abgeben mag.
In der Hinrunde genügte Langenfeld nach dem 36:25 gegen die Unitas anschließend in Angermund ebenfalls eine eher durchschnittliche Leistung zum 30:20. "Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn wir das zu Hause nicht schaffen", betont der SGL-Coach, "wir werden mal sehen, wer auf das Spiel richtig Bock hat." Vielleicht wird es ein bisschen zäh. Doch am Aufstieg zweifelt niemand mehr.
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