Handball: Das perfekte Spiel
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012Handball (RP). Handball-Oberligist SG Langenfeld überfuhr den Neusser HV im Spitzenspiel mit 30:19. Nach einer engen ersten Hälfte drehte der Aufsteiger erst richtig auf. Hinter einer Klasse-Abwehr hielt Torhüter Fabian Bremer unglaublich gut.
Der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) ist im Jahr eins nach dem Aufstieg offensichtlich für ziemlich jede Überraschung gut und für alle anderen eine ernsthafte Gefahr. Das Team um Trainer Heino Kirchhoff scheint sich auf jeden Fall als Hecht im Karpfenteich Spitzengruppe pudelwohl zu fühlen – was er bei 30:19 (12:10) gegen den Neusser HV beeindruckend bewies. Die Gäste, bis vor Kurzem immerhin von vielen als Top-Titelfavorit bezeichnet, hatten null Chance und noch lange nach dem Schlusspfiff vor allem reichlich damit zu tun, das Geschehene zu verdauen. "Ich bin heute nicht nur zufrieden, ich bin glücklich", stellte Kirchhoff als krasser Gegensatz gelöst fest.
Reiner Genuss angesagt
Einfach mittendrin
Der Erfolg über Neuss war für die SG Langenfeld sogar der bisher höchste Saisonsieg. Dabei übertrafen sowohl der Angriff (542 Tore/Durchschnitt 28,52) als auch die wieder großartige Abwehr (492 Gegentore/Durschnitt 25,89) ihren sonstigen Normwert.
In der Fünfer-Spitze ist Langenfeld jetzt Dritter (28:10 Punkte). Davor liegen DJK Adler Königshof (31:7) und TV Aldekerk (29:9), dahinter Borussia Mönchengladbach (27:9) und Neuss (26:10).
In seiner Einschätzung hatte der Blick nach vorne keinen großen Platz: "Wer weiß, wie es bei uns in zwei Wochen aussieht. Das war eine hervorragende Leistung und die genießen wir jetzt." Dass den Gästen in Rückraumspieler Kim Neuenhofen und Rechtsaußen Max Wilms (verletzt) zwei wichtige Kräfte fehlten, konterte der Coach mit dem Hinweis auf die eigene Lage: "Mit solchen Problemen beschäftigen wir uns schon die ganze Saison."
Die Basis für den Erfolg war eine brillante Leistung der Abwehr, hinter der Torhüter Fabian Bremer von Beginn an noch herausragte. Der 19-Jährige vernagelte seinen Arbeitsplatz schon vor der Pause, als im Langenfelder Aufbau viel zu viele Fehler passierten. "Er hat sensationell gehalten", fand auch Kirchhoff, der vor der Pause eine enge Partie sah – 3:3 (9.), 5:5 (13.), 8:5 (16.), 9:7 (22.), 10:9 (25.), 12:9 (28.), 12:10 (30.). Das Beste hatten sich die Hausherren jedoch für die zweite Hälfte aufgehoben – als die Defensive nahe an der Perfektion arbeitete und personelle Maßnahmen millimetergenau griffen.
Bis zur 17:10-Führung (39.) gabs fünf eigene Tore in Folge und Neuss konnte erst in der 40. Minute seinen elften Treffer zum 11:17 folgen lassen. Davon erholten sich die konsternierten Gäste nicht mehr, während den hinten leidenschaftlich ackernden Langenfeldern phasenweise alles gelang. Der inzwischen eingewechselte Fabrice Voigt trug mit drei Treffern zum 23:13 bei (47.) und der bloß sporadisch eingesetzte Fabian Düllberg (Schulterverletzung) tauchte plötzlich fast als Rechtsaußen auf – 26:16 (52.).
Preisseggers Pirouette
Ein weiterer Höhepunkt: Vinzenz Preissegger, vorne wie hinten bärenstark, drehte eine elegante Pirouette vor respektvoll staunenden Neussern und vollendete dann zum 29:19 (58.). Kurz darauf knackte Dawid Rosiak sogar die 30-Tore-Marke – als wollte er gerade zum Abschluss erneut demonstrieren, wie gefährlich Langenfeld momentan für alle anderen werden kann.
SG Langenfeld: Bremer, Hanke – Majeres (3), Rosiak (7/3), Preissegger (8), Justen (2), Eich (3), Düllberg (1), Wagener, Felder, Körner (1), Voigt (3), Nelte (2).
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum