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Judo: Das unglaubliche Gefühl

VON MARTIN RÖMER - zuletzt aktualisiert: 08.03.2010

Joris Kuger gewann bei den Deutschen Meisterschaften U 17 auf beeindruckende Art den Titel in der Klasse bis 60 Kilo. Perfekte Vorbereitung, reichlich Talent und ganz viel harte Arbeit führten zu einer großartigen Turnierleistung.

Tragfähig: Was bei Joris Kuger manchmal so locker aussieht, ist vor allem das Ergebnis einer intensiven Leidenschaft fürs Judo. Foto: RPO

Bereits nach einer knappen Minute konnte Joris Kuger seinen Gegner im Finale um die Judo-Deutsche Meisterschaft mit einer Außensichel zu Boden werfen. Dafür gabs den ersten und letztlich entscheidenden halben Punkt. Gute drei Minuten später war der Triumph dann perfekt. Nach fünf Siegen hintereinander darf sich Kuger nun Deutscher U-17-Meister in der Gewichtsklasse bis 60 Kilo nennen. "Ein unglaubliches Gefühl", erklärt der 15-Jährige, der in der Halle am Nürburgring eine überragende Turnierleistung bot.

Bereits einen Tag vorher war Joris angereist, um die Halle zu besichtigen und dann früh schlafen zu gehen. Kuger, bereits Westdeutscher Meister, galt durchaus als einer der Favoriten, absolvierte seine Aufgaben souverän und geriet eigentlich nie wirklich in Bedrängnis. Das lag nicht zuletzt an der perfekten Einstellung durch Trainer Jens Kaiser, der Kuger bereits seit acht Jahren unter seinen Fittichen hat. "Jens hat sich meine nächsten Gegner jeweils bei ihren Kämpfen angeguckt und mich dann optimal vorbereitet. Das hat mir sehr geholfen, mich zu verteidigen", betont der junge Judoka. Trainer Kaiser gibt das Lob direkt zurück: "Joris paart Talent mit Fleiß und der Intelligenz, die man für den Sport braucht. Er ist wahrscheinlich einer unter 10 000."

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Zukunftsmusik

Der Titel war für Joris Kuger, der auch zum Nationalteam gehört, ein weiterer Karriere-Höhepunkt. Den nächsten Schritt hat Joris Kuger ebenfalls ins Auge gefasst – die Europameisterschaften im Sommer in Prag (Tschechien).

Und irgendwann könnten als Krönung die Olympischen Spiele folgen. "Das ist natürlich der Traum eines jeden Sportlers", sagt Kuger, "Aber dafür muss ich hart trainieren und vor allem von Verletzungen verschont bleiben."

Mit höchstem Einsatz

Für den Erfolg muss Kuger trotz seiner außergewöhnlich großen Judo-Begabung hart arbeiten. Sieben- bis neunmal pro Woche trainiert er aktuell und jede Einheit dauert eineinhalb bis zwei Stunden. Kraftübungen und judospezifisches Training sowie Übungskämpfe stehen oft zweimal täglich auf dem Programm. Logisch: Für andere Dinge bleibt da nicht mehr viel Zeit. Der Versuch, seinem erfolgreichen Bruder Lars in dessen Tischtennis-Sport nachzueifern, scheiterte ebenso wie der Schlagzeugunterricht am zeitintensiven Judo. Und die schulischen Pflichten am Konrad-Adenauer-Gymnasium erfordern ebenfalls viel Einsatz – besonders in einer Klausurphase. "Aber das bekomme ich schon hin", betont Joris, "wenn man erfolgreich sein will, muss man eben so oft trainieren."

"Echter Musterschüler"

Jens Kaiser spricht seinem Schüler übrigens nicht nur sportlich exzellente Eigenschaften zu: "Joris ist immer auf dem Boden geblieben, auch nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Er ist bei allen sehr beliebt. Außerdem hat er die Eigenschaft, gestärkt aus negativen Erlebnissen wie Verletzungen hervorzugehen. Er ist ein echter Musterschüler." Möglicherweise war der U-17-Titel ja erst der Anfang.

Quelle: RP

 
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