Das Vabanque-Spiel
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 06.12.2007Badminton-Bundesligist FC Langenfeld richtet den Blick stark nach Moskau. Falls es dort „schlecht“ läuft,
fallen Przemyslaw Wacha, Ella Diehl und Kamila Augustyn für einen Teil des Doppel-Wochenendes aus – oder ganz.Der FC Langenfeld (FCL) gehört zu den vier Top-Teams in der Badminton-Bundesliga. Und in der Regel gibts keinen Grund, dass der Titelkandidat vor Spielen gegen Klubs aus der unteren Hälfte zittern müsste. Doch für die Partien gegen Fortuna Regensburg (Samstag, 15 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) und bei Union Lüdinghausen (Sonntag, 14 Uhr) ist alles anderes. Langenfeld hat ein Problem. Wie dick die Schwierigkeiten werden, entscheidet sich bei den Russian Open. Die Palette reicht über den größten anzunehmenden Unfall und mittelmäßigen Schaden bis zum Normzustand.
Das Moskauer Turnier stand bei der Konstruktion des Bundesliga-Spielplans 2007/2008 noch nicht im internationalen Zirkus. Also ging Langenfeld davon aus, jetzt mit der besten Besetzung antreten zu können. Das erwies sich jedoch mit einiger Verspätung als großer Irrtum. Denn in Przemyslaw Wacha, Kamila Augusytn (beide Polen) und Ella Diehl (Russland) sind gleich drei FCL-Stützen über ihren Heimat-Verband fürs Grand-Prix-Turnier der Kategorie Gold gemeldet.
Ränge und Reisen
In der Tabelle hat Langenfeld genug Luft für zwei Niederlagen. Hinter dem 1. BC Bischmisheim (12:2 Punkte), EBT Berlin und dem 1. BC Beuel (beide 11:3) liegt der Titelverteidiger auf Platz vier – und mit 10:4 Zählern klar vor dem Fünften Friedrichshafen (5:9).
Linkshänder Andreas Wölk wird bald wieder zu Hause sein – nach einer wiederholten Verlängerung der Weltreise. Jetzt ist der Heimflug für den 14. Dezember geplant (zunächst 9. November).
Warten auf Ergebnisse
„Das ist ein Vabanque-Spiel, auf das ich überhaupt keinen Einfluss habe“, sagt Günther Joppien, der Langenfelder Bundesliga-Obmann. Ab jetzt wird er immer wieder einen Internet-Blick in die Ergebnislisten werfen. Dann ließe sich herausfinden, mit wem womöglich doch zu rechnen sein könnte – ohne dem Betreffenden das Aus zu wünschen. „Ich gönne allen, dass sie möglichst weit kommen“, betont Joppien.
Die Auslosungen sehen ziemlich schwierig aus – kein Wunder, denn die Russian Open sind als Station in der Olympia-Qualifikation sehr gut besetzt. Läuft es perfekt für die Spieler, erreichen sie sogar den Finaltag – und wären so für den FCL überhaupt nicht verfügbar. Läuft es anders, hätte Langenfeld womöglich sogar die Bestbesetzung. Mit den Spielern ist der zügige Flug nach Deutschland für den Fall des Ausscheidens fest vereinbart.
Abgelehnte Verlegung
Die Frage nach Ersatz wirft weitere Hürden auf. Jüngstes Handicap: Carola Bott ist verletzt (Verdacht auf Muskelfaserriss). FCL-Talent Fabienne Deprez (15) muss zumindest am Samstag ein Ranglisten-Turnier U 19 spielen. Und der Versuch, wenigstens das Duell mit der Fortuna zu verlegen, scheiterte am Widerstand der Regensburger. „Im dümmsten Fall könnten wir beide Spiele verlieren“, weiß Joppien, „aber die Mannschaft hat genug Qualität, sich auch dann für die Play-Offs der besten vier Mannschaften zu qualifizieren.“ Trotzdem könnte es spannend werden.
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