Langenfeld: Der Einzelkämpfer
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Badminton-Bundesligist FC Langenfeld geht mit bescheidenen Zielen in die Deutschen Meisterschaften, die heute
in Bielefeld beginnen. Ein Titelchance hat nur Björn Joppien, der sein zehntes Finale hintereinander erreichen kann.Die goldenen Zeiten sind vorbei und der Badminton-Bundesligist FC Langenfeld (FCL) muss sich bei Deutschen Meisterschaften mit deutlich weniger begnügen als früher. Vor neun Jahren zum Beispiel ließ der FCL der Konkurrenz wenig übrig. Björn Joppien – gerade 19 geworden – führte damals bei seinem ersten Titelgewinn ein Top-Aufgebot an, das dreimal Gold holte. Joppien ist immer noch dabei, doch für die 57. Deutschen Meisterschaften in Bielefeld (Beginn heute, bis Sonntag) gilt er beinah als Einzelkämpfer.
Realistisch darf nur der siebenmalige Gewinner davon ausgehen, das Finale zu erreichen. Obwohl Joppien seit einiger Zeit seiner Familie und der beruflichen Ausbildung den wichtigsten Raum im Leben gibt, bekam er Setzplatz zwei – hinter Titelverteidiger Marc Zwiebler (1. BC Beuel), aber vor Dieter Domke (EBT Berlin) und Marcel Reuter (1. BC Bischmisheim).
Wer am Start ist
Die Deutschen Meisterschaften gehen ohne Kathrin Wanhoff über die Bühne. Die Doppel- und Mixed-Spielerin des FC Langenfeld verzichtet wegen ihrer Knieprobleme. FCL-Aufgebot, Herren-Einzel: Björn Joppien, Andreas Wölk, Fabian Scherpen, Raphael Beck; Damen-Einzel: Fabienne Deprez, Fabienne Köhler.
Herren-Doppel: Thorsten Huk-riede, Mike Joppien, Beck, Philipp Wachenfeld, Fabian Scherpen; Damen-Doppel: Aileen Rößler, Köhler; Mixed: Mike Joppien, Beck, Wachenfeld, Deprez, Köhler.
Verzicht auf große Turniere
Auf Reuter kann Joppien frühestens im Halbfinale treffen – für das er dann als Favorit gilt. Anders sind die Vorzeichen, falls es wiederum zum (erwarteten) Endspiel gegen den Dauer-Rivalen Marc Zwiebler kommt. Während der Langenfelder keine großen Turniere mehr spielt und in der Weltrangliste auf Position 95 abgerutscht ist, steht Olympia-Teilnehmer Zwiebler auf Platz 31. Ganz nebenbei geht Joppien auf Rekordjagd. Klappt es mit der Revanche für die Final-Niederlage von 2008, hat er den achten Titel in der Tasche – so viele wie Rekordhalter Wolfgang Bochow (Bonn). Und zehn Mal hintereinander im Finale des Herren-Einzels stand bisher überhaupt kein deutscher Spieler.
Erfahrene Hoffnung
Immerhin mit einem halben Augen dürfen Mike Joppien (30) und Thorsten Hukriede (32) im Herren-Doppel auf eine Medaille schielen. Dazu müssten die beiden Badminton-Routiniers allerdings im Viertelfinale gegen die auf Platz eins gesetzten Michael Fuchs und Ingo Kindervater (Bischmisheim/Beuel) eine Überraschung vollbringen.
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