Badminton: Der geplatzte Traum
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 23.04.2007Badminton-Bundesligist FC Langenfeld hatte nach dem 5:3-Sieg beim Titelverteidiger 1. BC Bischmisheim im ersten Finale um die Deutsche Meisterschaft alle Trümpfe in der Hand. im Rückspiel lief aber fast gar nichts – 1:6.
Die Stimmung in der Halle war für eine Gänsehaut gut. 600 Fans wollten gern mit dem Badminton-Bundesligisten FC Langenfeld (FCL) feiern – dessen dritten Deutschen Meistertitel. Die Steilvorlage hatte die Mannschaft am Samstag im Final-Hinspiel beim Titelverteidiger 1. BC Bischmisheim geliefert. Mit dem 5:3 schien alles angerichtet zu sein. Doch dann kam es ganz anders. Und am Ende stand der FCL gestern nach dem 1:6 im Rückspiel gegen Bischmisheim mit fast leeren Händen da. „Ich bin nicht enttäuscht“, beteuerte Günther Joppien, der Langenfelder Bundesliga-Obmann, „wir sind Vizemeister geworden. Damit können wir uns sehen lassen.“
Der Kraftakt im Saarland hatte einige Spuren hinterlassen, die sich schnell zeigten. Die Niederlage des ersten Herren-Doppels mit Björn Joppien und Przemyslaw Wacha gegen Kristof Hopp und Michael Fuchs gehörte noch in die Kategorie unschädlich – 0:1. Dann passierte der entscheidende Knackpunkt. Nadiezda Kostiuczyk und Kamila Augustyn verloren ihr Damen-Doppel gegen Xu Huaiwen und Kathrin Piotrowski – 0:2.
Gerissener Film
Mike Joppien/Thorsten Hukriede begann gegen Thomas Tesche/Vladislav Druzhchenko stark, ließen aber noch stärker nach – 0:3. Direkt am Anfang des zweiten Satzes riss der Film gründlich. Und plötzlich rückte der Traum in immer weitere Ferne. Denn Carola Bott würde bald – ganz klar – das Damen-Einzel gegen die WM-Dritte Xu Huaiwen verlieren. Ein bisschen neue Hoffnung keimte nach der Energieleistung von Bjön Joppien im Spitzeneinzel gegen Holvy de Pauw auf, das der siebenmalige Deutsche Meister nach einem sehenswerten Kampf in drei Sätzen für sich entschied – 1:3. Nach Botts Niederlage hieß es 1:4. Damit stand zugleich fest, dass Langenfeld bei einem 3:5 übers Satzverhältnis der Verlierer wäre. Also mussten aus den restlichen drei Spielen drei Siege her – eine kühne Rechnung.
Verdienter Respekt
Das letzte Fünkchen Hoffnung platzte, als der sich übers Feld quälende Przemyslaw Wacha sein Einzel gegen Vladislav Druzchenko verlor – 1:5. Nebenan gaben Mike Joppien/Nadiezda Kostiuczyk ihr parallel laufendes Mixed sofort auf. Dann gehörte die Halle dem alten und neuen Meister. Die Atmosphäre war nicht mehr für eine Gänsehaut gut, aber sehr freundschaftlich. Langenfeld zeigte in der Niederlage Größe und den verdienten Respekt vor dem jubelnden Sieger.
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