Handball: Der perfekte Schlusspunkt
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 16.05.2011Hinter dem Handball-Verbandsligisten SG Langenfeld liegt nach dem 27:21 beim TSV Aufderhöhe eine Saison ohne Niederlage. Der Oberliga-Aufsteiger gewann mit Leidenschaft, einem klaren Kopf und personellen Überraschungen.
Das Kunststück ist vollbracht und die Genugtuung war bis in den hintersten Winkel zu spüren. Der bereits als Meister feststehende Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) gewann schließlich am letzten Spieltag beim TSV Aufderhöhe mit 27:21 (14:11), sodass er die Saison 2010/2011 ungeschlagen überstand. "So habe ich mir das gewünscht", lobte Trainer Heino Kirchhoff, "der Gegner hat vielleicht vermutet, dass wir nicht mehr die letzte Einstellung aufbringen. Aber das war nicht der Fall – wir haben noch einmal alles abgerufen." In einem Duell voller Emotionen wäre die SGL sonst auch kaum als Sieger aus der Halle gegangen.
Der Start lief reibungslos – 3:0 (5.), 6:1 (10.), 9:3 (15.). Die Abwehr stellte die Hausherren vor Rätsel und die Gegenstöße funktionierten. Aufderhöhe, jetzt mit dem Ex-Langenfelder Dennis Werkmeister, kam aber langsam zurück, zumal die Quote der SGL sank. Ein Mix aus vergebenen Chancen, allgemeiner Ratlosigkeit und verwirrenden Pfiffen sorgte für Hektik, die nach der Pause noch zunahm.
Zwischen den Pfosten
Nach dem Aus für Tobias Kottwitz (Kreuzbandriss/Januar) war Tobias Hanke (24) der Stammkeeper – und der erfahrenste Schlussmann. Schon vor einer Woche durfte Hanke zusehen, als Christian Wansing (22) beim 41:25 in Kettwig alle Arbeit leistete.
In Aufderhöhe begann Wansing, ehe er nach rund 23 Minuten seinen Platz für Fabian Bremer (18) räumte. Trainer Heino Kirchhoff: "Wir haben das heute mit den beiden Jungs riskiert." Die nur 21 Gegentreffer und viele gute Paraden sprachen insgesamt für sich.
Wechsel und Antworten
Innerhalb von 40 Sekunden wechselte der Ballbesitz drei Mal, ehe der TSV den Fehler der Gäste zum 12:14 nutzte (31.). Für Langenfeld begann in der aufgeheizten Atmosphäre eine Reifeprüfung, in der der künftige Oberligist unter anderem durch viele Wechsel immer neue Antworten fand. Plötzlich tauchte sogar Matthias Herff im linken Rückraum auf, um Impulse zu setzen – was dringend erforderlich war, denn übers 17:14 (37.) hing die SGL bis zum 17:16 (44.) durch.
Es gab eine letzte kritische Phase, als der verletzt auf der Bank sitzende Niklas Körner beim 18:16 (46.) wegen eines verbalen Duells mit Aufderhöhes Lars Giesselbach die Rote Karte sah und Tobias Justen die fällige Zwei-Minuten-Strafe absitzen "durfte". Langenfeld überstand die Unterzahl und setzte ab jetzt trotz spielerischer Holperer mit Leidenschaft zu einem energischen Schluss-Spurt an. Einer der großen Aktivposten: Linkshänder Christian Majeres, der hier drei saubere Tore hinlegte (insgesamt fünf).
Blitzpremiere sehenswert
Noch ein Plus: Tim Schickhaus (19). Der aus der A-Jugend aufgerückte Rechtsaußen kam nach 45 Minuten. Am Ende zeigte die Bilanz eine gute Abwehrarbeit, zwei Treffer sowie überlegte Anspiele für die Nebenleute – nicht schlecht für einen, der anderthalb Stunden vor dem Anpfiff noch nichts von seinem Einsatz ahnte. "Das hatte Hand und Fuß", fand Kirchhoff. Die Genugtuung war wieder bis in den hintersten Winkel zu spüren.
SGL: Bremer, Chr. Wansing – Kniesche, Majeres (5), Schickhaus (2), Wille, Preissegger (5), Justen (1), Düllberg (3), Wagener, Klimke (2), Herff (4/4), Voigt (1), Nelte (4).
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