Der Stolperstein
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 29.09.2008Badminton-Bundesligist FC Langenfeld musste beim Neuling BV Gifhorn eine überraschende 3:5-Niederlage hinnehmen. Ein Grund: Ella Diehl fehlte. Außerdem verloren Andreas Wölk und Przemyslaw Wacha ihre Einzel.
Den Aufsteiger BV Gifhorn entwickelt sich immer mehr zum Favoritenschreck, den langsam alle sehr ernst nehmen sollten. Diesmal durfte sich der FC Langenfeld (FCL) ein Bild davon machen, dass der Neuling eine Bereicherung für die Badminton-Bundesliga ist – und nicht nur Punktelieferant. Play-Off-Kandidat Langenfeld, der in den vergangenen Jahren immer zu den Top-Teams gehörte, hatte gestern Abend bei der Heimreise aus dem Norden Deutschlands ein überraschendes 3:5 im Gepäck.
„Ich war hier angetreten, um ein 4:4 mitzunehmen“, sagte Günther Joppien, der Bundesliga-Obmann des FCL, „denn wir hatten ja in den Damenspielen von vornherein einen schweren Stand.“ Weil die Russin Ella Diehl bei den Czech International in Brünn beschäftigt war (Turniersiegerin), fehlte sie der Mannschaft. Die ins Team gerückte Deutsche U-19-Meisterin Fabienne Deprez konnte die Lücke naturgemäß nicht vollwertig füllen, bot jedoch eine überzeugende Leistung. Selbst bei der Einzel-Niederlage gegen die Weißrussin Olga Konon sah die 16-Jährige nicht schlecht aus.
Wie die Dinge stehen
Die Bundesliga nimmt durch den Aufsteiger BV Gifhorn richtig Fahrt auf. Langenfeld liegt allerdings trotz des 3:5 mit 4:2 Punkten und dem dritten Platz noch im Soll. Am 11./12. Oktober gehts mit dem Doppelspieltag gegen den VfL 93 Hamburg und beim 1. BC Bischmisheim weiter.
Am meisten hinter den eigenen Erwartungen liegt momentan ausgerechnet die als Top-Favorit gehandelte SG EBT Berlin. Platz sechs und 1:5 Zähler sind eine viel zu magere Ausbeute – und bedeuten immerhin drei Zähler Rückstand zu den Play-Off-Plätzen.
Verlorenes Schlüsselspiel
Nach dem 2:1 aus den Herren-Doppeln und dem Damen-Doppel verlor Fabienne Deprez – 2:2. Es folgte eine Schlüsselpartie, die vorab alle Langenfelder fest für Andreas Wölk verbucht hatten. Der Linkshänder galt fürs Duell mit Jan Patrick Helmchen als Favorit, gab das dritte Herren-Einzel aber ab. Während das Mixed mit Thorsten Huk-riede/Kathrin Piotrowski chancenlos war, steigerte sich Björn Joppien im zweiten Herren-Einzel und bekam dann alles in den Griff.
Wertvolle Erkenntnis
Der Pole Przemyslaw Wacha hatte es abschließend gegen Gifhorns Raul Must (Estland) in der Hand, die Langenfelder Niederlage doch noch abzuwenden. Was herauskam, war ein Spitzen-Einzel mit höchstem Niveau – und ohne Happy End. Der FCL war später wenigstens um die Erkenntnis reicher, dass er sich nur komplett und in Top-Form echte Chancen auf ein gute Rolle in der angestrebten Play-Off-Runde ausrechnen kann. Falls es irgendwo klemmt, wird es eng.
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