Der Trend ohne Titel
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 04.02.2008Björn Joppien verlor im Finale der Deutschen Badminton-Meisterschaften mit 19:21, 14:21 gegen den Beueler
Marc Zwiebler. Thorsten Hukriede und Mike Joppien gewannen Bronze im Herren-Doppel für den FC Langenfeld.Irgendwie hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten alles angedeutet. Titelverteidiger Björn Joppien (FC Langenfeld/FCL) spürte den Atem des Herausforderers schon lange, denn Marc Zwiebler (1. BC Beuel) kam nach einer langen Verletzungspause (Rücken) wie Phönix aus der Asche zurück. Bei den Deutschen Badminton-Meisterschaften in Bielefeld trafen sich die beiden Top-Spieler jetzt zum direkten Duell. Joppien, siebenmaliger Meister, verlor in zwei Sätzen – 19:21, 14:21. Mit der Niederlage ging gleichzeitig eine beeindruckende Langenfelder Serie zu Ende. Zum ersten Mal seit 16 Jahren (1992) holte der FCL keinen DM-Titel. In Bielefeld gabs neben Platz zwei für Björn Joppien noch Bronze fürs Herren-Doppel Mike Joppien/Thorsten Hukriede.
Vorbildlich fair
Sportlich gingen für Langenfeld nicht alle Wünsche in Erfüllung. Mike Joppien konnte die Meisterschaften aber auf jeden Fall als Erfolg werten – und nicht nur, weil er mit Thorsten Hukriede den Platz drei im Doppel belegte.
Joppien (29) wurde in Bielefeld mit dem „Markus-Keck-Gedächtnis-Pokal“ ausgezeichnet. Die Ehrung soll sportlich vorbildliches Verhalten würdigen. Und da besteht kein Zweifel, dass Mike Joppien eine perfekte Wahl ist.
Die Neu-Auflage des Endspiels von 2005 (auch damals gewann Zwiebler) war zuerst sehr spannend. Nach einem Start, in dem die beiden Kontrahenten sehr viel Respekt voreinander zeigten, stand die Endphase im ersten Satz auf der Kippe. Björn Joppien lag mit 19:20 hinten, als er einen Aufschlag zum ärgerlichen 19:21 ins Netz setzte.
Der Aufschlagfehler
Die Szene wirkte sich mit Verspätung aus, weil der Langenfelder ab Mitte des zweiten Durchgangs immer verkrampfter wirkte. „An dem Fehler hatte ich erheblich zu knabbern“, sagte Joppien, „danach war ich ein bisschen durcheinander.“ Zwiebler (23), der zuletzt bereits bei einigen internationalen Turnieren stark aufgetrumpft hatte, nutzte die Gunst der Stunde konsequent aus.
Joppien, an Position eins gesetzt, zwang den Herausforderer (Nummer zwei) noch zu einigen längeren Ballwechseln, streute allerdings zu viele Fehler ein, war manchmal zu passiv und und glaubte dann nach dem 14:18 im zweiten Satz selbst nicht mehr an eine Wende. Ein paar Augenblicke später war die Entscheidung gefallen, die der Verlierer 2009 korrigieren will: „Ich greife im nächsten Jahr wieder an.“
Zwei erfüllte Ziele
Mike Joppien/Thorsten Hukriede boten vor allem im Viertelfinale eine überragende Leistung, ehe sie im Halbfinale klar schwächer auftraten. Trotzdem ging das Turnierziel der Routiniers mit Bronze in Erfüllung. Auch FCL-Talent Fabienne Deprez durfte sehr zufrieden sein. Im Achtelfinale des Damen-Einzels besiegte die 15-Jährige immerhin die gesetzte Claudia Vogelgsang ganz glatt. Und das Viertelfinal-Aus gegen Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Nummer 14 der Weltrangliste) war ebenso normal wie hilfreich – als lehrreicher Anschauungs-Unterricht und Motivationshilfe für die weitere Badminton-Karriere.
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