Der zerstörte Traum
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 23.03.2009Badminton-Bundesligist FC Langenfeld verspielte beim 2:6 gegen den 1. BC Bischmisheim im Halbfinal-Hinspiel um
die Deutsche Meisterschaft früh alle Chancen aufs Weiterkommen. Das 2:4 gestern im Rückspiel war nur der Vollzug.Es war Samstagnachmittag und das erste Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft zweieinhalb Stunden alt. Die Anzeigetafel drückte krass aus, wie es um die Chancen des Badminton-Bundsligisten FC Langenfeld (FCL) gegen den 1. BC Bischmisheim aussah – 0:6. Irgendwie kamen sich beide vor wie im falschen Film. Gastgeber FCL hatte sich eine gute Basis fürs Rückspiel verschaffen wollen und der Titelverteidiger aus dem Saarland mit mehr Mühe gerechnet. Am Ende konnte Langenfeld wenigstens die Höchststrafe vermeiden und zum 2:6-Endstand verkürzen, aber das Unvermeidliche nicht verhindern. Bischmisheim brauchte aus dem Rückspiel gestern nur drei Punkte – und machte durchs 4:2 Nägel mit Köpfen.
Langenfeld wirkte erst konsterniert und wenig später gefasst. "Ich habe immer gesagt, dass wir eine Chance von 50:50 haben". meinte Günther Joppien, der Bundesliga-Obmann des FCL, "wenn denn alles passt." In der Realität funktionierte dann allerdings wenig. Kein einziges Rädchen im Getriebe brachte in den ersten sechs Begegnungen den erhoffen Erfolg.
Entscheidender Satz
Dass Arvind Bhat (Bischmisheim) gestern im Spitzen-Einzel gegen Przemyslaw Wacha beim Stande von 2:2 den zweiten Satz gewann, machte alles klar. Selbst bei einem 2:6 wäre Bischmisheim danach übers Satzverhältnis weiter gewesen. Nach 7:14 Sätzen aus dem Hinspiel hätte Langenfeld nun höchstens 13:7 holen können.
Das Meisterschafts-Finale (2./3. Mai) bestreiten Bischmisheim und die SG EBT Berlin. Der Hauptstadt-Verein setzte sich gegen den 1. BC Beuel durch (5:3, 7:1)
Nach hinten gedrängt
Przemyslaw Wacha/Björn Joppien begannen im ersten Herren-Doppel sehr stark, ließen jedoch zunehmend nach und ihre Gegner Kristof Hopp/Michael Fuchs immer besser ins Spiel kommen. "Wir haben hinterher ja nur in der Abwehr gestanden", stellte Björn Joppien fest. Das Damen-Doppel bestritten Ella Diehl und Aileen Rößler, weil die schwangere Kathrin Wanhoff nur einen Einsatz bestreiten sollte (Mixed). Dass für Diehl/Wanhoff mehr drin gewesen wäre, muss Spekulation bleiben.
Feststehende Tatsache ist jedoch, dass die am Ende frustrierten Mike Joppien/Thorsten Hukriede gegen fast fehlerfreie Roman Spitko/Jochen Cassel im zweiten Herren-Doppel kein Bein auf den Boden bekamen – 0:3. Mit der Niederlage von Andreas Wölk im dritten Herren-Einzel ging die nächste Hoffnung daneben. Und dann verlor Spitzenspieler Przemyslaw Wacha gegen den Inder Arvind Bhat, der die Leichtigkeit des Badminton-Seins in die Halle zauberte – 0:5. Weil danach Ella Diehl ihr Einzel erwartungsgemäß gegen Xu Huaiwen abgeben musste, drohte den Langenfeldern sogar ein Nullnummer.
Gemischtes großartig
Es spricht für die Einstellung der übrigen Beteiligten, dass sie bis zuletzt alles gaben. Mike Joppien/Kathrin Wanhoff fighteten sich im dritten Mixed-Satz großartig zum 25:23. Den Schlusspunkt setzte Björn Joppien, der das zweite Herren-Einzel nach einem gruseligen Start tatsächlich umbiegen konnte. Der Traum vom Einzug ins Finale war aber längst erloschen.
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