Handball: Die Geduldsprobe
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 09.04.2011Handball-Verbandsligsist SG Langenfeld fiebert dem Aufstieg entgegen. Vor dem Matchball gegen den Ohligser TV muss der Tabellenführer aber die Pflicht beim Letzten TuS Erkrath lösen und dann drei Wochen Pause überbrücken.
Die Saison hat doch nur noch vier Spieltage. Aber genau dieser kleinere Rest muss dem Handball-Verbandsligisten SG Langenfeld (SGL) wie eine viele Kilometer lange Gerade vorkommen, deren Ende einfach nicht zu erkennen ist. Niemand glaubt ernsthaft daran, dass sich der Tabellenführer mit seinen vier Punkten Vorsprung auf dem Weg in die Oberliga irgendwie ausbremsen lässt. Trotzdem wird die Geduld aller Beteiligten noch mal eine Weile auf die Probe gestellt. Heute Abend (18.25 Uhr, Halle Karlstraße) gehts zur Pflicht-Aufgabe beim Tabellenletzten TuS Erkrath – und anschließend in eine drei Wochen dauernde Osterpause. Erst am 30. April folgt im Heimspiel gegen den Ohligser TV der erste Matchball.
Der Tabellenführer, einzige ungeschlagene Mannschaft der Klasse, plagt sich mal wieder mit personellen Baustellen herum. Diesmal ist die Rückraum-Mitte als Schaltzentrale besonders betroffen, denn Stefan Wagener (verhindert) und Fabrice Voigt (krank) müssen passen. Darum ruht die Last der Spielleitung zuerst auf von Dawid Rosiak, den bei Bedarf etwa Matthias Herff ablösen könnte. In erster Linie vertraut Langenfeld jedoch seiner starken Abwehr, die selbst in verschiedenen Formationen immer eine vernünftige Basis bietet.
Riesige Serien
Die Handballer der SG Langenfeld (SGL) könnte sich für den Rest der Saison vielleicht ein weiteres Ziel vornehmen – komplett ohne Niederlage über die Runden zu kommen. Bisher gabs mit dem 20:20 beim Ohligser TV und dem 20:20 gegen den TSV Aufderhöhe nur zwei Unentschieden.
Mit beiden Kontrahenten bekommt es Langenfeld nach der Osterpause noch zu tun. Aufderhöhe war ganz nebenbei die letzte Mannschaft, die Langenfeld in einem Pflichtspiel bezwingen konnte. Das 31:25 vom 27. Februar 2010 ist schon über 13 Monate alt.
Langenfelds Trainer Heino Kirchhoff hat den nötigen Respekt vor den Gastgebern, zweifelt allerdings keine Sekunde an seinem Team: "Wir werden natürlich gewinnen." Alles andere wäre ohnehin eine echte Sensation. Hier steht der TuS mit 4:36 Punkten und eineinhalb Beinen in der Landesliga. Dort steht der Spitzenreiter mit 38:2 Punkten und eineinhalb Beinen in der Oberliga. Ein starkes Torverhältnis von plus 188 bei der SGL (625:437) trifft auf ein schwaches Torverhältnis von minus 122 (569:691) beim Schlusslicht, das sich längst mit dem Abstieg abgefunden hat.
Aufrücker aus der Jugend
Die SGL fügt auf der anderen Seite immer mehr Puzzleteile personeller Art für die kommende Saison zusammen. Sicher ist jetzt, dass neben Torhüter Fabian Bremer die ebenfalls aus der A-Jugend aufrückenden Florian Felder (Kreis) und Tim Schickhaus (Rechtsaußen) fest zum Aufgebot der ersten Mannschaft gehören werden.
Ob neben Heimkehrer André Eich (zuletzt bei den Oberligisten DJK Adler Königshof und SG Solingen BHC 06 II) ein weiterer Neuzugang zur SGL stoßen könnte, bleibt vorerst ein Stück weit offen. "Wir haben da jetzt keine Eile mehr", betont Kirchhoff, "wir haben einen guten Kader, der durchaus oberligatauglich ist." Vielleicht gehört ja auch eine Portion Geduld dazu,
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