Die Kartenspieler
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 09.02.2009In der Badminton-Bundesliga setzte sich der FC Langenfeld beim VfL 93 Hamburg und gegen Titelverteidiger
1. BC Bischmisheim jeweils mit 6:2 durch. Eine ganz zentrale Rolle hatte das Taktieren fürs Play-Off-Halbfinale.Die Badminton-Bundesliga wird auf der Zielgeraden der Saison zur Pokerrunde. Beinah jeder versucht jeden durch Tricks auszuhebeln und sich die vermeintlich beste Ausgangsposition für die Play-Offs zu verschaffen. Was am Ende greift, wird sich erst erweisen müssen. Tatsache ist, dass der FC Langenfeld (FCL) nach dem 6:2 beim Schlusslicht VfL 93 Hamburg auch den Titelverteidiger 1. BC Bischmisheim mit 6:2 bezwang – obwohl hier der erkrankte Björn Joppien gar nicht an Bord war. Tatsache ist zudem, dass Langenfeld die Normalrunde auf Platz zwei oder drei abschließt. Die letzte Partie beim Ersten 1. BC Beuel am Karnevalssamstag (15 Uhr) dürfte eine Jux-Veranstaltung werden.
Der Sieg in Hamburg war eine Pflichtübung und stand zu keiner Zeit in Gefahr. Die Niederlage des Damen-Doppels war darüber hinaus nicht zwingend nötig, denn Ella Diehl und Aileen Rößler gaben den möglichen Erfolg im dritten Satz noch aus der Hand. Den zweiten Punkt gab Linkshänder Andreas Wölk ziemlich unerwartet gegen Paul Rduch ab – was am Ende auch nur eine Randnotiz blieb.
Blick nach vorne
Der FCL ist mit 16:6 Punkten Zweiter hinter dem 1. BC Beuel (18:2), dem die gestrigen Ergebnisse am wenigsten gepasst haben dürften. Einiges spricht dafür, dass Langenfeld im Halbfinale auf den 1. BC Bischmisheim trifft (13:7), während Beuel mit dem Vierten Berlin (13:9) rechnen muss.
Langenfeld spielt in der Normalrunde nur noch in Beuel (21. Februar). Selbst bei einer 0:8-Niederlage kann das Team höchstens auf den dritten Platz abrutschen.
Verzicht und Vorsicht
Durch den Erfolg in der Hansestadt war die Fahrkarte für einen der vier Endrunden-Plätze bereits so gut wie sicher gebucht, sodass eine personelle Entscheidung bald feststand: Björn Joppien sollte sich schonen. "In so einer Situation muss man nicht mit dem Kopf durch die Wand", fand Bundesliga-Obmann Günther Joppien, "die Gesundheit geht vor. Und außerdem handelt es sich um meinen Sohn." Der Startverzicht schien die Chancen auf ein Minimum zu reduzieren. Doch plötzlich kam mal wieder alles gründlich anders.
Die Gäste aus Bischmisheim hatten einen Plan – wie andere. Alle wollen im Halbfinale gerne dem Team der SG EBT Berlin aus dem Weg gehen, das in bester Besetzung als Top-Favorit auf den Titel gehandelt wird. Der Modus für die Play-Offs: Erster gegen Vierter, Zweiter gegen Dritter. Bischmisheim zog keineswegs alle Register, um in Langenfeld zu gewinnen. Der FCL wiederum machte aus seiner Lage das Beste. "Wir haben uns gut verkauft", urteilte Günther Joppien.
Bald ein Wiedersehen
Weil der FCL eine starke Leistung zeigte (vor allem im Mixed mit Mike Joppien und Kathrin Wanhoff), setzte er sich mit 6:2 durch. Die Plätze zwei und drei gehen damit aller Voraussicht nach an Langenfeld und Bischmisheim, die sich dann im Halbfinale wiedersehen. Dann gibts aber garantiert keine Poker-Partie mehr – weder auf der einen noch auf der anderen Seite.
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