Badminton: Duell der Giganten
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 20.04.2007Die Endspiele um die Deutsche Badminton-Meisterschaft könnten Krimis werden. Der FC Langenfeld tritt morgen beim 1. BC Bischmisheim an. Die Entscheidung fällt dann am Sonntag in der Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium.
Eins steht schon vor den Endspielen um die Deutsche Badminton-Meisterschaft fest. Es treffen die beiden richtigen Teams verdient aufeinander – und es wird ein Duell der Giganten. Der Ausgang? Völlig offen. Vielleicht hat der FC Langenfeld (FCL) einen winzigen Vorteil, denn er kann morgen (15 Uhr) zuerst beim Titelverteidiger 1. BC Bischmisheim antreten. Das Rückspiel steigt dann am Sonntag genau 23 Stunden später (14 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium). „Die Chancen stehen 50:50“, glaubt Bischmisheims Mannschaftsführer Thomas Tesche. „Da hat er recht“, bestätigt Günther Joppien, der Bundesliga-Obmann des FCL, „viel wird von der Tagesform abhängen.“
Langenfeld hat das famose Finale von 2004 noch genau vor Augen. Damals gabs beim 1. BC Beuel ein 3:5, ehe der FCL im Rückspiel den Spieß in einem atemberaubenden 6:2-Krimi umdrehte und seinen zweiten Titel nach 1989 holte. Obwohl sich die Dramaturgie so kaum wiederholen lässt, will Langenfeld erneut auf den Thron klettern. Joppien: „Und mein Gefühl sagt mir, dass wir es schaffen. Die Meisterschaft ist unser großes Ziel.“
Was bisher passierte
Der FCL ist der Meister von 1989 und 2004, Bischmisheim der Titelverteidiger. In der Normalrunde erzielten die Langenfelder zu Hause ein 4:4 und gewannen dann im Saarland mit 5:3. Für die Gastgeber war es damals die erste Heimniederlage nach rund dreieinhalb Jahren.
Langenfeld verdiente sich Platz eins in der Abschlusstabelle durch eine makellose Rückrunde mit 14:0 Punkten. Dreimal gabs ein 8:0, dreimal ein 7:1. Hinzu kam der Sieg in Bischmisheim.
Garantierte Spannung
Auf dem großen Rechenschieber sind ein paar feste Werte eingetragen. Xu Huaiwen (1. BC), die Deutsche Meisterin, WM-Dritte und Weltranglisten-Vierte, thront über allen. Das Damen-Einzel wird der FCL eher nicht gewinnen. Carola Bott, vor der Saison aus Bischmisheim nach Langenfeld gekommen, stellt sich der fast unlösbare Aufgabe trotzdem. Gleichzeitig kann sich die Polin Kamila Augustyn so aufs Doppel mit Nadiezda Kostiuczyk konzentrieren, das vielleicht sogar die entscheidende Rolle spielen wird. Augustyn/Kostiuczyk haben es mit Xu Huaiwen und Kathrin Piotrowski zu tun. Diese Partie bietet fast eine Garantie für Hochspannung und Weltklasse.
Der FCL stellt den Punkt aus dem Damen-Doppel auf die Habenseite. Günther Joppien überlegt weiter: „Ich hoffe, dass wir alle drei Herren-Einzel und ein Herren-Doppel oder das Mixed gewinnen.“ Björn Joppien, Przemyslaw Wacha und Andreas Wölk bringen in der Tat ein Plus gegenüber Holvy de Pauw, Vladislav Druzhchenko und Michael Fuchs (oder Thomas Tesche) auf die Waage. Hier ist der Druck für die Saarländer größer, die dafür erst recht auf ihre Herren-Doppel mit dem Doppel- und Mixed-Spezialisten Kristof Hopp bauen.
Joppien wieder gesund
Die beiden Titel-Kontrahenten treten in Bestbesetzung an. Beim FCL ist auch der siebenmalige Deutsche Meister Björn Joppien nach überstandener Mandel-Entzündung wieder auf der Höhe. Das Duell der Giganten kann kommen.
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