Handball: Ein echter Durchbruch
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 14.03.2011Dem Handball-Verbandsligisten SG Langenfeld dürfte der Titel nach dem 25:18-Erfolg beim Zweiten Unitas Haankaum noch zu nehmen sein. Hinter einer Abwehr voller Leidenschaft stand in Tobias Hanke ein großartiger Torhüter.
Die Tür zum Aufstieg in die Oberliga steht sperrangelweit offen und der Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) muss nur noch ein paar kleine Schritte hindurch tun. Der Tabellenführer gewann beim Zweiten Unitas Haan mit 25:18 (16:8) und hat dadurch sechs Spiele vor dem Ende der Saison praktisch keinen echten Verfolger mehr. Mit 34:2 Punkten und Siegen in den direkten Duellen liegt der Spitzenreiter nun so klar vor Haan (28:6), dass er sich noch zwei Niederlagen erlauben kann – was wohl niemand ernsthaft in Betracht zieht. "Ich glaube, das war heute ein Big Point", fand Abteilungsleiter Klaus Majeres – der hier sogar eine echte Untertreibung ablieferte.
Nur einmal hinten
Langenfeld bot von Beginn an eine nahezu perfekte Abwehrarbeit, die Haan immer wieder vor unlösbare Situationen stellte. Hinter der leidenschaftlich ackernden Abwehr hatte der Tabellenführer zudem in Tobias Hanke einen herausragenden Keeper, der ganz viele Bälle entschärfte. Bezeichnend: Haan ging nur einmal in Führung - als Hanke eine Zeitstrafe wegen Meckerns absitzen musste. Hier wurde aus dem 6:4 (17.) innerhalb von zwei Minuten das 6:7 (19.).
So viele Stützen
Der Sieg in Haan war für Langenfeld definitiv ein Erfolg des Kollektivs – trotz der Gala von Torhüter Tobias Hanke. Beispiel: Matthias Herff (sechs Tore) traf nur vor der Pause, während Fabian Düllberg (vier) und Sven Kniesche (zwei) erst nach dem Wechsel in Erscheinung traten.
Das Trikot mit der Nummer 20, das normal Niklas Körner gehört (Kahnbeinbruch), trug jetzt überraschend Manuel Daun Karriereende vor ein paar Monaten). "Ich habe gerne zugesagt, auszuhelfen", sagte der Kreisläufer.
Langenfeld beantwortete die heiße Situation allerdings eiskalt. Andreas Nelte (20.), Alexander Klimke (20.), wiederum Nelte (22.), dreimal Matthias Herff (23./25. per Siebenmeter, 26.), Christian Majeres (27.) und noch einmal Herff (29.) legten mit einem Acht-Treffer-Paket bis zur 14:7-Führung den Grundstein für den Triumph. Dann setzte Torhüter Hanke ein weiteres Zeichen, als er kurz vor der Pause den Haaner Siebenmeter von Moritz Blau abwehren konnte (30.). Es war eine fürs Spiel typische Szene, denn die Unitas mit dem besten Angriff der Verbandsliga biss sich ebenso pausenlos wie verzweifelt die Zähne an der Deckung der SGL aus.
Durchhänger ohne Folgen
Bis zum 18:11 (37.) lief die Partie für den Spitzenreiter wie auf Schienen, ehe sich die einzige schwächere Phase einschlich – 19:16 (50.). Doch weder der Lattentreffer von Sven Kniesche (51.) noch das rüde Foul an Alexander Klimke beim Gegenstoß (52.) warf die Gäste um. "Wir konnten eine Schüppe drauflegen", fand Kirchhoff, der bald aufatmen durfte – als Dawid Rosiak (52./Siebenmeter) und Kniesche (53.) auf 21:16 erhöhten. Anschließend war spätestens mit dem 22:17 (55.) von Fabian Düllberg und dem 23:17 (57.) von Kniesche alles klar. "Ich bin sehr, sehr zufrieden", fand Kirchhoff, "ich muss das alles erst verarbeiten." Auf jeden Fall steht die Tür zum Aufstieg weit offen.
SGL: Hanke, Chr. Wansing – S. Kniesche (2), Majeres (2), Rosiak (1/1), Preissegger, Justen (1), Düllberg (4), Wagener, Klimke (3), Herff (6/4), Daun, Voigt (2), Nelte (4).
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