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Handball: Ein mitreißender Abend

VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 15.03.2010

Einigungsversuch abgelehntDas Gipfeltreffen in der Handball-Verbandsliga übertraf beim 27:27 alle Erwartungen. Verfolger SG Langenfeld hatte gegen den Spitzenreiter Mettmann-Sport schon den Sieg vor Augen – und wäre am Ende fast leer ausgegangen.

Konferenz: Kapitän Dennis Werkmeister (rechts) und Trainer Heino Kirchhoff suchten Lösungen. Matthias Herff (links) konnte nur zusehen. Foto: RPO

Es war ein Krimi mit allen Zutaten, die zu einem echten Aufreger gehören. Allein das Happy End fehlte dem Handball-Verbandsligisten SG Langenfeld (SGL), der im Spitzenspiel ohne Sieger gegen den Tabellenführer Mettmann-Sport am Ende "nur" zu einem 27:27 (15:18) kam. "Heute haben alle gewonnen, die dieses Spiel gesehen haben", fand SGL-Trainer Heino Kirchhoff. Einziger Fehler für die Hausherren am mitreißenden Abend: Langenfeld (33:7 Punkte) kam eben nicht an Mettmann vorbei (34:6) und muss nun für den Rest der Serie im Aufstiegskampf auf fremde Hilfe hoffen.

Die in den vergangenen Wochen wenig überzeugende SGL begann wie ausgewechselt. Statt halbherziger Arbeit gabs Leidenschaft, statt brotloser Einzelaktionen echten Teamgeist. So entwickelte sich ein Kampf auf Biegen und Brechen – 5:3 (12.), 7:5 (15.), 8:6 (18.), 9:8 (21.), 11:11 (23.). Bei einer Zeitstrafe gegen Dawid Rosiak warfen die Gäste erstmals ihre Cleverness in die Waagschale – 11:13 (24.). Und nach dem 14:15 (27.) schien den Langenfelder die Partie bis zum 15:18-Pausenrückstand aus dem Ruder zu laufen. Doch es war erst der Aufgalopp für eine irre zweite Hälfte, in der beide Seiten den Puls der 500 Fans pausenlos in die Höhe trieben.

Info

Kein Aufgeben

Richtig vorangebracht hätte die SG Langenfeld (SGL) nur ein Sieg über Mettmann. Das 27:27 den lässt aber die Hoffnung leben. "Die Saison ist noch nicht vorbei", sagt SGL-Trainer Heino Kirchhoff, "wir werden alles probieren."

Mehr denn je gilt, dass jeder weitere Ausrutscher das Aus ist. Langenfeld muss zuerst seine Aufgabe am Samstag (19.30 Uhr) beim Zehnten HSG Jahn 05/SC West Düsseldorf lösen und dann in der Osterpause neue Kraft tanken.

Die Halle als Tollhaus

Mettmann lag bis zum 20:18 (43.) vorne, ehe Christian Majeres, Dawid Rosiak, Vinzenz Preissegger und Alexander Klimke den Spieß zum 22:20 (49.) umdrehten und die Halle in ein Tollhaus verwandelten. Um 19.33 Uhr brachte Rosiaks Treffer sogar die 25:22-Führung (54.), sodass plötzlich die Überraschung nahe war. Dass es doch nicht reichte, hatte mehrere Gründe. Erstens: Der Spitzenreiter schlug zurück – wie es sich für einen Titelkandidaten gehört. Zweitens: Langenfeld wollte vielleicht zu viel. Drittens: Es passierten dauernd Kleinigkeiten. Eine davon: Beim Stande von 25:24 (56.) wurde Dawid Rosiaks Wurfversuch von drei im Kreis stehenden Mettmannern unterbunden – ohne dass es einen Strafwurf gab.

Zwei gegen einen: Christian Majeres (mit Ball) konnte allerdings fast keiner aufhalten – und Manuel Daun (rechts) nur staunen. Foto: RPO

Sekunden später erzielte Gäste-Regisseur Jens Fischer, den die SGL sonst stark im Griff hatte, unbeeindruckt das 25:25 (57.), dem Martin Paukert das 26:25 (58.) folgen ließ. Fabrice Voigt (26:26/59.) und Bastian Plaskocinski (27:27/60.) glichen jeweils wieder aus, bevor der große Schluss-Akt folgte. Vier Sekunden vor dem Ende bekam Mettmann einen Siebenmeter zugesprochen. Fischer trat an – und warf links daneben. Ein Sieg der Gäste wäre aber ohnehin des Guten zu viel gewesen.

Glänzender Rückraum

Langenfeld hatte in den Rückraumspielern Christian Majeres und Dawid Rosiak herausragende Werfer. Daran war Mittelmann Bastian Plaskocinski (zuletzt kaum berücksichtigt!) durch den ruhigen Aufbau nicht unwesentlich beteiligt. Bärenstarkes bot zudem Keeper Tobias Hanke. Extrem auffällig war jedoch der Auftritt als Mannschaft im wahrsten Sinne des Wortes. Sonst hätten auch all die anderen Zutaten wenig gebracht.

SGL: Kottwitz, Hanke – Majeres (9), Rosiak (8), Wille, Preissegger (1), Justen, Werkmeister, Wagener (1), Klimke (1), Voigt (1), Daun (4), Nelte, Plaskocinski (2/1).

Quelle: RP

 
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