Badminton: Ein Spaziergang
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2007Badminton-Bundesligist FC Langenfeld machte kurzen Prozess und setzte sich beim 1. BC Beuel in nur zwei Stunden deutlich mit 7:1 durch. Die einzige Niederlage musste ausgerechnet der Deutsche Meister Björn Joppien hinnehmen.
Es gab schon prickelndere Duelle zwischen den rheinischen Rivalen. Der Badminton-Bundesligist FC Langenfeld (FCL) nahm den 7:1-Erfolg gestern beim personell gebeutelten 1. BC Beuel trotzdem gerne mit. „Das tut gut“, fand Günther Joppien, der Bundesliga-Obmann des FCL. Nach nur zwei Stunden war die Angelegenheit gelaufen. Während Langenfeld seinen zweiten Platz festigte, kippte Beuel zum ersten Mal in dieser Saison aus den Play-Off-Plätzen.
Die Gastgeber (Deutscher Meister 2005) laufen in bester Besetzung unter anderem mit den drei deutschen Nationalspielern Petra Overzier, Ingo Kindervater und Marc Zwiebler auf. Overzier (Dritte im Damen-Einzel bei den Weltmeisterschaften 2006), fehlte ganz. Kindervater und Zwiebler sind (nach Verletzungen) erst im Wieder-Aufbau. Kein Wunder: Langenfeld hatte leichtes Spiel mit dem halben 1. BC Beuel, der von Beginn an auf verlorenem Posten stand. Alle Begegnungen waren – zum Teil sehr deutlich – nach zwei Sätzen vorbei.
Knappe Entscheidungen
Glück brauchte Langenfeld lediglich im zweiten Herren-Doppel, als es Mike Joppien/Thorsten Hukriede spannend machten. Den ersten Durchgang entschieden sie nach dem 19:19 mit 21:19 für sich. Im zweiten Satz lagen Joppien/Hukriede lange zurück, glichen dann zum 18:18 aus und hatten wenig später erneut die Nase vorne – 21:18.
Ein Grund für die Langenfelder Überlegenheit: Das Trio polnischer Spitzenkräfte war spät, aber rechtzeitig von der Asientour nach Europa zurückgekehrt. Przemyslaw Wacha, Kamila Augustyn und Nadiezda Kostiuczyk steckte der Reisestress (Landung am späten Samstagabend) noch in den Beinen. Die eingeplanten Punkte gabs trotzdem – ebenso schmucklos wie sicher.
Die einzige Niederlage musste der Deutsche Meister Björn Joppien einstecken. Der 25-Jährige, der in der vergangenen Woche beim Turnier der Super Series in Korea gegen den Teamkollegen Wacha verloren hatte, erreichte nie seine Bestform. Beuels Chinese Wu Yun-yong gelang deshalb im ersten Herren-Einzel die Revanche fürs Hinrunden-Resultat (14:21, 18:21) fast mühelos mit 21:14 und 21:12.
Misslungene Generalprobe
Björn Joppiens Trost: Das Ergebnis spielte aus Mannschafts-Sicht höchstens eine Nebenrolle. Mit Blick auf die Deutschen Meisterschaften 2007 (ab Donnerstag in Bielefeld) hätte sich der Titelverteidiger aber sicher eine erfreulichere Generalprobe gewünscht. Trotz aller Zweifel gilt Joppien allerdings für den nationalen Saisonhöhepunkt nach wie vor als Top-Favorit.
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