Handball: Eine echte Glanznummer
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 24.11.2011Handball (RP). Handball-Oberligist SG Langenfeld bot bei der HG Remscheid eine starke Leistung und gewann auch in der Höhe verdient mit 33:27. Der Aufsteiger hatte viele Schlüssel zum Sieg – vor allem die leidenschaftlich arbeitende Abwehr.
Der Wahnsinn ist wohl Methode und der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) hat derzeit offensichtlich viel Gefallen daran, die Klasse aufzumischen. Bei der HG Remscheid bot die SGL über weite Strecken einen brillanten Auftritt – eiskalt, beherrscht, engagiert, zupackend, leidenschaftlich.
Dafür sprang ein 33:27 (13:8) heraus, das Kirchhoff klasse fand: "Eine glänzende Leistung." Durch den Sieg kletterte Aufsteiger Langenfeld (14:4 Punkte) zumindest vorübergehend auf Platz zwei hinter dem spielfreien Ersten Borussia Mönchengladbach (15:3), weil der Neusser HV (12:4) erst heute (20.15 Uhr) bei Mettmann-Sport antritt.
Die Gäste starteten etwas holprig und drohten bald aus dem Rhythmus zu geraten. Nach knapp fünf Minuten bekam Spielmacher André Eich einen Schlag an die Schläfe, musste intensiv behandelt werden und runter (Verdacht auf Gehirnerschütterung). Für Eich betrat Stefan Wagener das Parkett – und der Mittelmann führte sofort vorzüglich Regie. Darin lag einer der wichtigen Schlüssel zum Sieg.
Neues Problem
Linkshänder Christian Majeres fiel kurzfristig aus, weil ihn praktisch wie aus heiterem Himmel starke Beschwerden am Sprunggelenk plagten. Deshalb war Niklas Körner, wegen eines Studiums in Gießen derzeit ein seltener Trainingsgast, plötzlich von Beginn an gefordert. Auch Körner bot dann eine sehr überzeugende Vorstellung.
Zum Abschluss der heftigen Woche mit drei Spielen innerhalb von sieben Tagen wartet erneut ein richtig dicker Brocken. Am Samstag (18.30 Uhr) kommt der Drittliga-Absteiger TV Aldekerk.
Fünf Tore hintereinander
Die meisten Puzzleteile legte die Abwehr an den richtigen Platz, sodass Langenfeld nur beim 4:5 (11.) in Rückstand geriet. Für den Rest der ersten Hälfte rührte der offensive und bewegliche Defensiv-Verbund jedoch Beton an. In vielen Szenen regierte bei den Hausherren die pure Ratlosigkeit, während der SGL auch im Angriff immer wieder was einfiel. Fünf Treffer hintereinander brachte die Wende zum 9:5 (18.), bevor Kirchhoffs Teams aus dem 13:8 nach der ersten Hälfte sehr zügig das 19:11 machte (36.).
Langenfeld behielt das Heft nervenstark in der Hand, obwohl die Unparteiischen den Remscheidern bis zum Schluss manches rüde Einsteigen fast ungeahndet durchgehen ließen. Und gegen Ende ließen die Reserven nach, weil Kirchhoff nur unter sieben Feldspielern wechselte – die eine perfekte Einheit abgaben. So ackerte Vinzenz Preissegger hinten stark und steuerte vorne sieben Treffer bei. Fabian Düllberg erzielte sogar neun Tore – und als er eine Pause oder engere Bewachung bekam, sprang direkt Dawid Rosiak ein (sieben Treffer/davon zwei Siebenmeter).
Geschönte Verhältnisse
Übers 21:12 (41.), 27:19 (50.), 29:21 (53.) und 33:25 (57.) gabs immer ein deutliches Polster für die beherrschenden Gäste. Weil die HG mit zwei späten Treffern etwas Ergebniskosmetik betreiben durfte, drückt der Endstand die Verhältnisse sogar geschönt aus. Langenfeld findet derzeit eben ganz viel Gefallen daran, die Klasse aufzumischen.
SG Langenfeld: Hanke, Bremer – Rosiak (7/2), Düllberg (9), Jechorek, Preissegger (7), Justen (2), Eich, Wagener (1), Felder, Körner (5), Voigt, Nelte (2), Schickhaus.
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