Handball: Einfach königlich
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 02.05.2011Handball-Verbandsligist SG Langenfeld ist am Ziel seiner Träume. Mit dem 29:25 gegen den Ohligser TV sichertesich das Team um Trainer Heino Kirchhoff den Aufstieg zur Oberliga. Nach dem Schlusspfiff war die Halle ein Tollhaus.
Die Musik der Kultgruppe Queen und rund 500 begeisterte Fans gaben den Gänsehaut-Rahmen ab. "We want it all", hieß es vor der Partie – und der Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) bekam tatsächlich, was er wollte. "We will rock you", dröhnte es in einer Spiel-Unterbrechung kurz vor dem Ende aus den Lautsprechern – und niemanden hielt es mehr auf seinem Sitzplatz. Als dann ein paar Minuten vor 20 Uhr am Samstagabend das unverwüstliche "We are the champions" begann, glich die Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium nur noch einem Tollhaus. Kein Wunder: Die SGL hatte soeben durch das 29:25 (15:10) über den Ohligser TV den größten Erfolg in der Handball-Vereinsgeschichte geschafft. In der kommenden Saison ist das Team von Trainer Heino Kirchhoff in der Oberliga zu Hause.
Alles entschieden
Der Tabellenführer SG Langenfeld (SGL) ist noch immer ungeschlagen und liegt mit 42:2 Punkten um vier Zähler besser als der Zweite Unitas Haan (38:6). Selbst für den Fall, dass die SGL ihre beiden restlichen Spiele verliert, kann Haan nicht mehr vorbei.
Im Torverhältnis hat Langenfeld schon ein klares Plus von 687:485 gegenüber 733:613. Bei Punktgleicheinheit am Ende entscheidet aber der direkte Vergleich – der mit 36:25 und 25:19 ebenfalls sehr deutlich für die SGL ausfällt.
Der Weg zum entscheidenden Schritt am drittletzten Spieltag der Saison war beschwerlich bis wirr, zumal die Gäste nicht im Geringsten ans Verteilen von Geschenken dachten. Ohligs hielt – wie bereits beim 20:20 aus der Hinrunde – bis zum Schluss dagegen und den ohnehin sehr nervös bis verkrampft wirkenden Gastgebern ging gleichzeitig manches schief. Kirchhoff, gewöhnlich der Chefkritiker, verzichtete trotzdem auf eine tiefschürfende Analyse: "Wir haben sicher vieles falsch gemacht, aber auch irgendwie immer wieder die richtigen Antworten gefunden."
Fünf wichtige Weichen
Nach der schnellen 3:0-Führung (6.) ging die Mühsal bis zum 6:5 (12.) richtig los, ehe fünf Treffer hintereinander die Weichen auf Sieg stellten. Andreas Nelte (13.), Alexander Klimke (14.), Matthias Herff (15.), Fabian Düllberg (17.) und Sven Kniesche (18.) besorgten mit dem 11:5 jenen halbwegs komfor-tablen Vorsprung, von dem Langenfeld bis zum Schluss zehrte.
Bis zum 14:8 (25.) und 16:10 (32.) lag der als einzige Mannschaft in der Verbandsliga unbesiegte Tabellenführer sicher auf dem Kurs zum Aufstieg. Dann folgten ein paar durchaus kritische Situationen, die Kirchhoffs Team aber jeweils meistern konnte. Auf das 17:14 (35.) antwortete die SGL mit dem 21:16 (40.) und auch nach dem 22:19 (47.), 24:21 (52.) oder 26:23 (57.) hielten die Nerven.
Karton gut vorbereitet
Als Nelte (58.) am Kreis die brillante Vorarbeit seines Kapitäns Stefan Wagener vollendet und Tobias Justen auf 28:23 (59.) erhöht hatte, standen noch 85 Sekunden auf der Uhr. Passend: Der verletzte Niklas Körner war kurz zuvor unbemerkt aus dem Hallen-Inneren geflüchtet und tauchte plötzlich mit einem großen Karton auf. Die rasche Verteilung der (natürlich) vorbereiteten Aufstiegs-T-Shirts funktionierte minutiös. Als der Schlusspfiff ertönte, hatten alle Beteiligten ihr persönliches Exemplar. Und Langenfeld hatte alles, was es wollte.
SGL: Hanke, Chr. Wansing – S. Kniesche (2), Majeres (1), Rosiak (2), Preissegger (5), Justen (2), Düllberg (5), Wagener (1), Klimke (2), Herff (6/3), Daun, Voigt, Nelte (3).
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