Badminton: Endspiel-Express
VON ROBERT DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 25.03.2008Badminton-Bundesligist FC Langenfeld steht wieder im Play-Off-Finale um die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft. Nach dem 4:4 im Halbfinal-Hinspiel gabs beim rheinischen Nachbarn 1. BC Beuel einen imponierenden 5:3-Triumph.
Es war wieder einmal etwas ganz Besonderes. Das Play-Off-Halbfinale um die Deutsche Badminton-Meisterschaft zwischen dem FC Langenfeld (FCL) und dem 1. BC Beuel hielt wirklich alles, was es versprochen hatte. Am Ende zweier zum Teil hochklassiger und bis zum Schluss spannender Begegnungen kamen die Langenfelder glücklich, aber insgesamt verdient weiter. Nach dem 4:4 im Hinspiel gewann das Team in Bonn mit 5:3 und durfte anschließend den Einzug ins Finale feiern. Hier trifft der Meister von 1989 und 2004 wie im Vorjahr auf den 1. BC Bischmisheim (4:4 und 5:3 gegen SG EBT Berlin).
Der rheinische Rivale aus Bonn schien sich in Langenfeld schon ein kleines Polster zugelegt zu haben. Mit der Unterstützung durch zahlreiche Anhänger machte die Mannschaft um den Deutschen Einzelmeister Marc Zwiebler dem FCL das Leben schwer – und lag am Ende nach Sätzen sogar vorn. Glück für Langenfeld: Björn Joppien/Przemyslaw Wacha bekamen im ersten Herrendoppel nach einem katastrophalen Start doch noch die Kurve. Zudem trumpften Thorsten Hukriede/Mike Joppien im zweiten Herrendoppel erneut stark auf.
Fair geht eben vor
Wenn es in einem Derby um viel geht, kochen die Gefühle ab und zu über. Knappe Linien-Entscheidungen der Schiedsrichter sorgten auch jetzt für Diskussionsstoff. Dass sich Fairness und Wille zum Sieg trotzdem nicht ausschließen, zeigte Björn Joppien.
Im Hinspiel korrigierte der Langenfelder im Einzel gegen Marc Zwiebler eine Fehlentscheidung selbst und gab den Punkt an seinen Gegner. Klarer Fall: Von Publikum und Zwiebler gabs Applaus.
Rabenschwarzer Tag
Ella Diehl zitterte sich im Dameneinzel zum wichtigen Sieg über Elizabeth Cann (Beuel). Andreas Wölk hatte im dritten Herreneinzel keine Probleme gegen Marc Hannes, der allerdings nur Ersatz für den Finnen Ville Lang war (stand Bonn wegen eines Turniers in Rumänien nicht zur Verfügung). Wacha und Joppien erwischten in ihren Einzeln dafür einen rabenschwarzen Tag. Während Joppien im Duell mit Zwiebler immerhin einen Satz lang mithielt, ließ sich der 27 Jahre alte Pole von Wu Yunyong phasenweise aufs Bitterste vorführen. „Wir hatten kurzzeitig überlegt, ihn fürs Rückspiel ganz aus dem Einzel zu nehmen“, erklärte Teamsprecher Wölk. Dann gabs jedoch „nur“ eine sehr deutliche Ansprache: „Wir haben ihn an der Ehre gepackt.“
Netzroller entscheidend
Die Maßnahme fruchtete auch, denn keine 24 Stunden später überrollte der FCL-Express die Beueler Erwin-Kranz-Halle. Die Herrendoppel stellten offensichtlich kein Problem mehr dar. Diehl/Kamila Augustyn gewannen das am Tag zuvor verlorene Damendoppel. Wacha zog nach und besiegte Wu zum verblüffend klaren 4:0. Bezeichnend für den Lauf: Den entscheidenden Punkt machte der Langenfelder Spitzenspieler (Nummer 14 der Weltrangliste) per Netzroller. Weil Beuels Spielertrainer Marc Hannes ohne Training in den Wettkampf musste, war Wölks Sieg zum erlösenden 5:2 bloß Formsache.
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