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Fußball: Ganz schön verrückt

VON HOLGER BESSLICH - zuletzt aktualisiert: 16.03.2010

Jörg Vollack steht ab der kommenden Saison auf der Kommandobrücke des Fußball-Landesligisten SF Baumberg.

Der 44 Jahre alte Trainer aus Düsseldorf ist nach einer Pause heiß auf seine Arbeit: "Ich kann nicht ohne Fußball sein."
Mal sehen: Jörg Vollack, den viele eher Jockel nennen, freut sich schon jetzt auf seine Tätigkeit bei den Sportfreunden Baumberg.  Foto: RPO
Mal sehen: Jörg Vollack, den viele eher Jockel nennen, freut sich schon jetzt auf seine Tätigkeit bei den Sportfreunden Baumberg. Foto: RPO

Die Sportfreunde Baumberg (SFB) haben früh die wichtigste personelle Weiche gestellt. Jörg "Jockel" Vollack übernimmt als Nachfolger für das zum Saisonende ausscheidende Gespann aus Thomas Klimmeck/Bülent Gündogdu das Traineramt beim Fußball-Landesligisten, der seit dem vergangenen Wochenende an der Spitze liegt – und damit einer der Titelkandidaten ist. Ob am Ende die Meisterschaft gelingt, muss sich erst zeigen. In Vollack haben die Sportfreunde auf jeden Fall wieder einen Fußball-Verrückten engagiert. "Mir macht Fußball unendlich viel Spaß und ich kann nicht ohne sein", erklärt der 44-Jährige.

Nach einer schweren Knieverletzung in der Vorbereitung zur Saison 1999 übernahm der gelernte Angreifer die Niederrheinliga-B-Junioren des 1. FC Wülfrath, für den er zuvor in der Verbandsliga gespielt hatte. Anschließend wechselte Vollack zu seinem alten Verein BV 04 Düsseldorf, beim dem er als Jugendlicher und in den Senioren aktiv war. Nach der Arbeit mit den A- und B-Junioren beerbte er im November 2003 Peter Vogel als Trainer der Landesliga-Elf. Vollack: "Beim BV 04 haben wir 2004 mit 15 A-Jugendlichen gute Arbeit geleistet."

Info

Trainer-Schicksal

Beim 1. FC Viersen lernte Trainer Jörg Vollack im Oktober 2008 die ganze Härte des Fußballs kennen, der manchmal an einen Geschäftsbetrieb erinnert. Nach neun Spielen hatte Viersen keinen einzigen Sieg auf dem Konto und nur sechs Punkte geholt.

Folge: Vollack wurde entlassen. Am Ende hielt sein Ex-Team die Klasse ganz knapp – durchs bessere Torverhältnis von 37:45 gegen 39:61 vor der punktgleichen SpVg. Schonnebeck (beide 37).

Wenn Persönliches wichtiger ist

Im Jahr 2006 wechselte der Düsseldorfer zum 1. FC Wülfrath, ehe er über den 1. FC Viersen (2007) zum Landesligisten TuS Union 09 Mülheim fand. Dort stand der Klassenerhalt auf dem Programm, den Vollack als Feuerwehrmann in der vergangenen Saison auch schaffte. Aus persönlichen Gründen gab er das Amt im November 2009 wieder ab. "Das war eine Situation, in der ich mich nicht mehr auf den Sport konzentrieren konnte. Der Mülheimer Vorstand hat toll auf meinen Entschluss reagiert, mich in den letzten Tagen um meine Mutter zu kümmern", sagt Vollack.

Jörg Vollack ist seit 22 Jahren mit Ehefrau Susanne (47) verheiratet. Beide wohnen mit Tochter Sarah (17) im Düsseldorfer Südosten. In der Nähe lebt zudem die engere Familie – was dem Fußball-Verrückten sehr wichtig ist. "Die knapp 15 Kilometer von mir zu Hause sind ein Klacks. Wir sind mit der Autobahn gut angebunden. Und ich bin schnell in Baumberg auf dem Platz. Das ist optimal", findet Vollack.

Geschenk und Herausforderung

Der frühere Oberliga-Spieler des ETB SW Essen (1991/1992 in der dritthöchsten Klasse) plant bei den Baumbergern gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Jürgen Schick zweigleisig. "Sollte die Mannschaft den Aufstieg schaffen, ist der Klassenerhalt für uns das Ziel. Bleiben wir in der Landesliga, will ich klar oben mitspielen. Der Aufstieg wäre eine tolles Abschiedsgeschenk für die beiden Trainer und eine große Herausforderung für mich", betont der künftige SFB-Coach.

Quelle: RP

 
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