Handball: Garantierte Sicherheit
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 09.01.2012Handball (RP). Handball-Oberligist SG Langenfeld beendete die Hinrunde mit einem hart erkämpften 24:22 über Hamborn 07. Co-Trainer Kai Wille konnte es sich hinterher sogar leisten, seinen Chefcoach Heino Kirchhoff auf den Arm zu nehmen.
Die Partie war gerade zehn Minuten vorbei und Kai Wille bestens gelaunt – wie alle beim Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL). Deshalb nutzte der Co-Trainer die Gunst der Stunde, als sein Mobiltelefon klingelte.
Für den aus der Kur in Bad Wiessee (Bayern) durchrufenden Chefcoach Heino Kirchhoff hatte der Co-Trainer folgende Nachricht: "Mist. Wir haben mit acht Toren Unterschied verloren." Nach rund 30 Sekunden im eher halb-ernsten Plauderton folgte die Aufklärung, die dem unter Rückenproblemen (Bandscheibe) leidenden Kirchhoff gefallen haben dürfte: "Wir haben natürlich gewonnen." Das 24:22 (13:10) über die Sportfreunde Hamborn 07 brachte auf jeden Fall den starken Abschluss einer erfolgreichen Hinrunde, die der Aufsteiger mit 20:8 Punkten auf Platz fünf beendet.
Ein üppiges Polster
Die Tabelle bietet für die SG Langenfeld (SGL) ein fast unglaubliches Bild. Mit Neusser HV (22:6 Punkte), Adler Konigshof, Borussia Mönchengladbach (beide 21:7) und TV Aldekerk bildet Langenfeld (beide 20:8) eine Fünfer-Spitzengruppe. Der Sechste Rheinwacht Dinslaken (14:14) liegt schon sechs Zähler zurück.
Im schlimmsten, aber eher theoretischen Fall werden vier Teams aus der 15er-Gruppe absteigen. Hier hat die SGL jetzt ein Zehn-Punkte-Polster auf den Zwölften TV Jahn Hiesfeld (10:18).
Begrenzter Höhenflug
Dass die Hausherren eine Menge investieren mussten, kam erwartet. Schließlich hatten sich die als Top-Aufstiegskandidat gestarteten Gäste nach einem miserablen Saisonbeginn zuletzt klar stabilisiert und in der Weihnachtspause durchtrainiert.
Bis zum 2:3 (5.) lag die SGL dann hinten, ehe sie die Dinge in den Griff bekam und aufs schnelle Hamborner Spiel durch fünf Treffer in Folge antwortete – 7:3 (15.). Der Höhenflug dauerte bis zum 12:6 (22.), ehe Langenfelds Motor vermehrt Aussetzer produzierte.
"In den ersten 20 Minuten haben wir so gespielt, wie wir in der Woche trainiert haben – großartig", urteilte Wille, der bald eine packende Partie sah. Langenfeld lag zwar immer vorne, doch beim 14:13 (35.) waren die Gäste zum ersten Mal dicht dran. Auch das 18:14 (39.) oder 22:19 (54.) wirkte nicht beruhigend, zumal Hamborn in der letzten Minute sogar auf 22:23 verkürzen konnte. Erst das 24:22 durch Kreisläufer Andreas Nelte machte den Sieg für Langenfeld klar.
Herausragendes zeigte Torhüter Christian Wansing, der glänzende Paraden in Serie bot und auch in der entscheidenden Phase jederzeit zur Stelle war. Davor arbeitete rund um den sehr offensiven Vinzenz Preissegger eine Abwehr, die oft Beton anrührte.
Vorne gabs Ruckler, überflüssige Würfe und ausgelassene Chancen – aber immer wieder wichtige Akzente. So traf Dawid Rosiak zum 21:18 (52.) und 22:19 (54.), während der sonst durch eine offene Deckung praktisch abgemeldete Fabian Düllberg das 20:17 (46.) und 23:20 (59.) beisteuerte.
Erwartungen übertroffen
Unter dem Strich lieferte Langenfeld eine kämpferisch überzeugende Teamleistung ab, sodass Wille die beiden Punkte mit Genugtuung registrierte: "Ich bin super zufrieden." Außerdem ist auf dem Konto des Neulings inzwischen praktisch eine Garantie für den Klassenerhalt eingebaut. Dies alles liegt meilenweit über den Erwartungen – eine schöne Basis für beste Laune.
SGL: Wansing, Hanke – Majeres (3), Rosiak (6/2), Preissegger (4), Justen (1), Eich (2/1), Düllberg (2), Wagener, Felder, Körner, Voigt, Nelte (5), Schickhaus (1).
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