Badminton: Geschlagen und gelassen
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 13.10.2009Badminton-Bundesligist FC Langenfeld verlor sowohl beim 1. BC Bischmisheim als auch beim 1. BC Beuel mit 2:6. Weil sich das geschwächte Team gut verkaufte, gibts keine Hektik – obwohl die Play-Off-Plätze vier Punkte weg sind.
Das gabs schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr. Der Badminton-Bundesligist FC Langenfeld (FCL), der in den vergangenen Jahren wie selbstverständlich immer Stammgast auf einem der Play-Off-Plätze war, hinkt hinterher. Die aktuelle Überraschung hält sich trotzdem in Grenzen, denn am ersten Doppelspieltag der Saison gabs nicht die beste mögliche Besetzung, aber zwei starke Gegner.
Deshalb trug Langenfeld die beiden 2:6-Niederlagen beim Titelverteidiger 1. BC Bischmisheim und beim rheinischen Rivalen 1. BC Beuel mit Fassung. "Wie wir gespielt haben, macht Spaß auf die Spiele, die bald kommen", fand etwa Bundesliga-Obmann Günther Joppien, der am Auftritt der Mannschaft wenig auszusetzen hatte.
Andreas Wölk (nach Blinddarm-Operation), Noora Virta (krank) und Fabienne Deprez (beim Danish Junior Cup) standen nicht zur Verfügung. Auch deshalb probierte Kathrin Wanhoff sechs Wochen nach der Geburt ihrer Tochter Joelle ein Comeback. Wunder waren naturgemäß nicht zu erwarten, doch die Nationalspielerin deutete phasenweise an, dass sie bald wieder eine Verstärkung sein könnte. Vor allem der zweite Mixed-Satz in Bischmisheim machte Hoffnung, weil Mike Joppien/Wanhoff hier nur knapp mit 20:22 gegen Kristof Hopp/Emma Wengberg verloren.
Stand der Dinge
Der FC Langenfeld hat seine Hammerwochen mit den Spielen gegen die Top-Teams hinter sich. Auf der Habenseite steht bislang der 6:2-Sieg vom Saisonbeginn gegen den BV Gifhorn – der aber keineswegs der schärfste Konkurrent im Kampf um den vierten Play-Off-Platz ist. Gifhorn steht jetzt als Siebter bei 0:8 Zählern.
Der Fünfte FCL (2:6) muss sich intensiv um den SC Union Lüdinghausen kümmern (6:2). Auf den Vierten trifft Langenfeld am 7. November (15 Uhr) im nächsten Heimspiel, das fast ein Finale ist.
Zurückhaltende Premiere
Ein aufschlussreiches Debüt für den FCL bot Neuzugang Pavel Florian (vorher beim Zweitligisten PTSV Rosenheim), der nach einer Knie-Operation zum ersten Mal die Bundesliga-Bühne betrat. Das dritte Einzel gegen Bischmisheims Marcel Reuter ging ziemlich daneben, während sich das Duell mit Beuels Ian Maywald nach einem erneut verhaltenen Beginn eher sehen lassen konnte. Der Tscheche hatte im dritten Satz sogar einen Matchball, bevor er in der Verlängerung mit 20:22 verlor.
"Mit viel Glück hätten wir gegen Beuel vielleicht ein Unentschieden geholt", meinte Günther Joppien, der hier vor allem noch das zweite Herren-Doppel im Auge hatte. Mike Joppien/Philipp Wachenfeld verloren gegen Ingo Kindervater/Maywald trotz einer guten Leistung, weil sie in den paar entscheidenden Situationen der Partie die nötigen Punkte verpassten.
Als feste Bänke erwiesen sich Ella Diehl und Przemyslaw Wacha, die im Einzel jeweils ungeschlagen blieben. Dafür hatte der in der vergangenen Woche erkrankte Björn Joppien am Ende vor allem einen leeren Akku – den er bis zu den nächsten Aufgaben aufgetankt haben dürfte. Und dann will Langenfeld den Kampf um die Play-Offs wieder mit Volldampf aufnehmen. Denn nach Möglichkeit soll es bei der halben Ewigkeit bleiben.
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