In Orkanstärke
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 26.03.2007Badminton-Bundesligist FC Langenfeld erreichte auf beeindruckende Art das Play-Off-Finale um die Deutsche Meisterschaft. Das 8:0 beim 1. BC Beuel war die Basis – und das 4:1 im Rückspiel nur noch ein förmlicher Vollzug.
Der Badminton-Bundesligist FC Langenfeld (FCL) nutzte das Play-Off-Halbfinale um die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft zu einer Demonstration der Stärke. Als wäre der 1. BC Beuel eine beliebige Laufkundschaft, fegte Langenfeld in Orkanstärke durch die beiden Duelle. Und die Entscheidung fiel bereits am Freitagabend in Beuel, als der FCL mit 8:0 gewann. Das Rückspiel gestern war nur eine Formsache, weil bereits ein Punkt zum Einzug ins Finale gegen den 1. BC Bischmisheim genügte. Am Ende gabs ein 4:1.
Den Langenfeldern war der hohe Sieg aus dem Hinspiel selbst nicht ganz recht – wegen des Regelwerks. Denn das zwingt die Schiedsrichter dazu, das Rückspiel abzubrechen, sobald eine Entscheidung feststeht. Da ließ sich schnell abzählen, dass direkt nach dem zu Beginn ausgespielten Damen-Doppel Schluss gewesen wäre. Doch beiden Seiten verständigten sich nach Absprache mit den Unparteiischen (Carsten Koch aus Köln, Joachim Mörsch aus Kerpen) darauf, den Fans zu Demo-Zwecken was zu bieten. Der für die Meisterschaft wichtige Teil war allerdings nach einer halben Stunde vorbei. Kamila Augusytn und Nadiezda Kostiuczyk brachten Langenfeld – wie erwartet – im Damen-Doppel mit 1:0 in Führung.
Nachmittag als Genuss
„Wir hatten uns auf einen harten Kampf eingestellt“, sagte Günther Joppien. Der Bundesliga-Obmann des FCL erlebte gestern – wie alle Langenfelder – einen äußerst entspannten Nachmittag: „Und den genieße ich auch.“ Einen Vorteil hatte Langenfeld schon vor dem ersten Ballwechsel, denn Beuels Weltmeisterschafts-Dritte Petra Overzier konnte bloß als Zuschauerin dabei sein (Schwangerschaft). Damit standen zwei Punkte aus Damen-Einzel und Damen-Doppel beinah hundertprozentig sicher auf dem Langenfelder Konto. Weil daneben in anderen Spielen alles perfekt lief, blieb die von vielen erwartete/erhoffte Spannung aus.
Unangenehme Rolle
Der FCL hatte keine einzige Schwachstelle im Team. Björn Joppien, der zuletzt bei Turnierstarts eher bescheidenen Erfolg hatte, zeigte sich ebenfalls auf den Punkt in guter Verfassung. Der sechsmalige Deutsche Meister gewann zweimal überzeugend gegen den Chinesen Wu Yunyong. Eine unangenehme Rolle „durfte“ Teamkollege Andreas Wölk ausfüllen, der die jeweils letzte Partie bestritt. Am Freitagabend trat er gegen Ian Maywald erst nach 22 Uhr beim Stande von 7:0 aufs Feld, gestern sogar völlig aus Spaß an der Freude. Dass Wölk dann tatsächlich den Kürzeren zog, dürfte er locker verschmerzen.
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