Handball: Knisternde Spannung
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 12.03.2011Der Auftritt des Handball-Verbandsligisten SG Langenfeld im Spitzenspiel bei Unitas Haan könnte entscheidende Weichen stellen. Gewinnt der Tabellenführer, ist er praktisch durch. Trainer Heino Kirchhoff: "Die Jungs sind heiß."
Überragendes Niveau
Die beiden Top-Mannschaften thronen tatsächlich eine Etage über der Konkurrenz. Langenfeld hat bei 32:2 Punkten mit 541:386 Treffern (Durchschnitt pro Partie 31,82:22,70) aus 17 Spielen den zweitbesten Angriff und die mit deutlichem Abstand stärkste Abwehr der Klasse.
Der Zweite Haan bringt bei 28:4 Punkten aus erst 16 Spielen mit 554:452 Treffern (34,62:28,25) den besten Angriff und die zweitbeste Deckung ein. Der Dritte TuS Lintorf ist abgeschlagen (28:4).
Es ist von allem ein bisschen – Gipfeltreffen, Finale, Kampf der Giganten. Ganz sicher treffen sich im Duell der Handball-Verbandsliga zwischen dem Zweiten Unitas Haan und dem Spitzenreiter SG Langenfeld (SGL) die Besten der Besten (heute, 20 Uhr, Dr.-Ellen-Wiederhold-Halle, Hilden/Pungshausstraße). "Meine Vorhersage ist eingetroffen", sagt SGL-Trainer Heino Kirchhoff, "es sind diese beiden Mannschaften, die am Ende vorne stehen. Wir können es aus eigener Kraft schaffen und die Jungs sind heiß." Vier Varianten sind fürs Spiel der Spiele denkbar.
Möglichkeit eins: Langenfeld gewinnt. Dann hätte der Tabellenführer 34:2 Punkte und Haan 28:6. Dass Kirchhoffs Team einen derartigen Vorsprung vergeigt – ausgeschlossen. Möglichkeit zwei: Es gibt ein Unentschieden. Dann hätte Langenfeld 33:3 Zähler und Haan 29:5. Die SGL könnte sich später immer noch eine Niederlage erlauben – wegen des direkten Vergleichs, der bei Punktgleichheit entscheidet. Möglichkeit drei: Die SGL verliert halbwegs normal knapp. Dann hätte Langenfeld 32:4 Punkte und Haan 30:4. Die SGL hätte weiter alles in der Hand, dürfte sich aber keinen Ausrutscher mehr erlauben. Möglichkeit vier: Langenfeld verliert mit über zwölf Toren Differenz. Das richtige Hinrunden-Ergebnis war zwar ein 36:25, doch offiziell wurde ein 37:25 notiert. Mithin liegt die SGL bei bis zu elf Treffern Unterschied im direkten Vergleich vorne.
Charakter am Rosenmontag
Für Kirchhoffs Team war der Rosenmontag ein Thema – und vor allem eine perfekte Gelegenheit für intensives Training. "Das zeigt den Charakter dieser Mannschaft", betont Kirchhoff, "wir hatten eine sehr gute Trainingswoche." Zwei Spieler werden allerdings zusehen müssen. Für Torhüter Tobias Kottwitz (Kreuzbandriss) ist die Serie 2010/2011 ebenso beendet wie für Linkshänder Niklas Körner (Kahnbeinbruch). Für Kai Wille (Kreuzband angerissen) und Sven Kniesche (Bänderrisse) bietet sich vielleicht eine kleine Chance, nach längerer Pause wieder dabei zu sein.
Abwehr mit Leidenschaft
Der Tabellenführer hat Respekt vor Haan, das unter der Regie seines neuen Trainers Jörg Müller (seit 1. Januar Nachfolger des entlassenen Jürgen Tiedermann) bisher 16:0 Zähler erzielten. Dass die Unitas in Stefan Panthel, Martin Panthel, André Schmalbuch oder Monty Kreisköther über ungewöhnlich gute Handballer verfügt, steht ohnehin außer Frage. Die SGL will dem eine Mischung aus Teamgeist und leidenschaftlicher Abwehrarbeit entgegenstellen. Für Kirchhoff ist eins sowieso klar: "Wir bleiben oben." Heute gegen 21.30 Uhr ist eventuell raus, ob die Vorhersage sogar bis zum Saisonende gilt.
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