Markt der Möglichkeiten
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 20.11.2006Badminton-Bundesligist FC Langenfeld blieb am Doppel-Spieltag hinter seinen Erwartungen. Im Heimspiel
gegen den Titelverteidiger 1. BC Bischmisheim gabs ein 4:4, bei der SG EBT Berlin sogar eine 3:5-Niederlage.Immer mit der Ruhe
Der FCL hat in der Vorrunde alle drei Spiele gegen die Titelkonkurrenz hinter sich – und keins davon siegreich beendet. Bundesliga-Obmann Günther Joppien sah die jüngsten Ergebnisse gelassen – auch das 3:5 in Berlin.
„Wir könnten die Herren-Doppel umstellen und hätten dann einen Vorteil“, sagt Joppien. Darüber hinaus glaubt er daran, dass die gesamte Mannschaft bald wieder in Bestform aufläuft – in den Doppeln und in den Einzeln.
Die Langeweile war vorbei und die Badminton-Bundesliga zum ersten Mal richtig spannend. Für den FC Langenfeld (FCL), der in Bestbesetzung seinen ersten echten Vergleich mit zwei anderen Größen der Branche bekam, stand nach dem Doppelspieltag fest: Nichts ist kalkulierbar. Die höchste deutsche Klasse sieht aus wie ein großer Markt der Möglichkeiten. Und im Kampf um den Titel ist alles drin. Der FCL musste sich am Samstag gegen den Titelverteidiger 1. BC Bischmisheim mit einem 4:4 begnügen und verlor gestern bei der SG EBT Berlin mit 3:5.
Das Duell mit Bischmisheim bot Sport vom Besten und abwechslungsreiche Ergebnisse. Zumindest ein Herren-Doppel wollte Langenfeld gewinnen – was misslang. Neben Pech bei einigen Ballwechseln und knappen Endphasen war die schwache Form von Thorsten Huk-riede die Ursache. Der Doppel- und Mixed-Spezialist – derzeit beruflich und privat (Hausbau) stark eingespannt – wirkte bisweilen wie ein Schatten seiner selbst. Vorwürfe gabs keine, weil Hukriede bisher immer die Zuverlässigkeit in Person war. Bedauerlich allerdings: Neuzugang Nadiezda Kostiuczyk konnte ihre Qualitäten im gemeinsamen Mixed nie richtig zeigen.
Drei einzelne Trümpfe
Das Damen-Doppel mit Kamila Augustyn/Kostiuczyk erfüllte die Erwartungen vor allem beim hart erkämpften Sieg über Kathrin Piotrowski/Xu Huaiwen (Bischmisheim). Weitere Trümpfe hatte Langenfeld zu Hause in den drei Herren-Einzeln. Björn Joppien machte mit dem Indeonesier Holvy De Pauw kurzen Prozess, während sich Przemyslaw Wacha die Arbeit unnötig erschwerte. Das Unentschieden rettete am Ende Andreas Wölk, der sich mit Jochen Cassel ein Drama über drei Sätze lieferte. Lange Zeit sah wenig nach einem Wölk-Sieg aus. Doch der Linkshänder biss sich mit viel Einsatz in die Partie zurück und durfte sich nach dem dritten Satz mit Recht feiern lassen.
Muster ohne Wert
In Berlin gabs weniger zu feiern. Bereits die Anreise verlief kompliziert. Weil die Bahnstrecke zwischen Bielefeld und Hannover gesperrt war, ging es erst zurück nach Hamm. So erreichte der FCL sein Ziel zwei Stunden später als geplant. „Wir kommen einfach nicht aus dem Quark“, fand FCL-Bundesliga-Obmann Günther Joppien dort schon beim 1:3-Rückstand. Später fielen zwei Herren-Einzel fielen ab: Przemyslaw Wacha war eine einzige Enttäuschung, Andreas Wölk lag im ersten Satz völlig neben der Spur. Die erneut gute Partie von Björn Joppien (gegen Xuan Chuan) wurde so zum Muster ohne Wert.
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