Badminton: Pflichten für Genießer
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 23.02.2007Badminton-Bundesligist FC Langenfeld steht seit dem vergangenen Wochenende an der Spitze. Der Tabellenführer will die optimale Position für die Play-Off-Runde durch Erfolge in Wiebelskirchen und gegen Regensburg verteidigen.
Vorspielen zur Probe
Der FCL wird bald ein zweites chinesisches Element haben – neben seinem Trainer Xu Yan Wang. Der 19 Jahre junge Zhang Hong soll bald eintreffen und zumindest drei Monate bleiben. „Ein Trainings-Aufenthalt“, sagt Bundesliga-Obmann Günther Joppien. Hinter dieser Sprachregelung verbirgt sich aber mehr.
„Wenn alles gut geht, wird er eine Spielberechtigung für uns bekommen“, erläutert Joppien. Derzeit liegt die Spielberechtigung von Zhang Hong noch beim SSV Waghäusel, der kurz vor dieser Saison seinen Rückzug aus der 2. Bundesliga erklärte.
Wer den Gipfel einmal erklommen hat, möchte die Aussicht auch genießen. Beim Badminton-Bundesligisten FC Langenfeld (FCL) gehts aber nicht nur um den optischen Genuss, den sich die Mannschaft am vergangenen Wochenende sicherte. Der Meister von 1989 und 2004 kletterte durch das 5:3 beim 1. BC Bischmisheim und das 7:1 gegen die SG EBT Berlin auf Platz eins. Und die Spitzenposition nach der Normalrunde bringt für die Play-Off-Runde ganz praktische Vorteile. Der Erste trifft im Halbfinale auf den Vierten – das vermeintlich schwächste Mitglied im Chor der Großen. Der Zweite hat es mit dem Dritten zu tun – was der dickere Brocken sein dürfte.
Langenfeld richtet sich auf ein Halbfinal-Duell mit dem 1. BC Beuel ein. Der rheinische Rivale war lange stark gebeutelt (Verletzungen), scheint jedoch zur alten Stärke zu finden. Das sportliche Handicap: Ausgerechnet die Weltmeisterschafts-Dritte Petra Overzier kann sich nicht mehr so einsetzen wie bisher. Grund: Die 24-Jährige ist schwanger und beschränkt sich schon jetzt auf Doppel-Einsätze.
Konzentration gefordert
Damit die (Titel-) Träume weiter reifen können, muss Langenfeld zunächst die beiden übrigen Pflicht-Aufgaben lösen. Morgen (15 Uhr) tritt der FCL beim Tabellenletzten TuS Wiebelskirchen an, ehe er am Sonntag (14 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) den Fünften SV Fortuna Regensburg erwartet. „Alles andere als zwei Siege wäre sehr ärgerlich“, weiß Günther Joppien. Gleichzeitig fordert der Bundesliga-Obmann des FCL volle Konzentration ein: „Wir dürfen auf keinen Fall leichtsinnig werden.“
Die Fortuna hat vor dem Doppel-Spieltag noch eine kleine Chance, den vierten Rang anzugreifen, denn der Aufsteiger (11:13 Punkte) liegt nur einen Punkt hinter Beuel (12:12). Nächstes Indiz für eine interessante Partie: Bei Regensburg steht inzwischen der Langenfelder Oliver Pongratz unter Vertrag. Sein Duell mit Andreas Wölk in der Hinrunde war ein Krimi (15:21, 22:20, 19:21). Damals gewann der FCL alle drei Spiele über drei Sätze und am Ende insgesamt glatt mit 6:2.
Schwierigeres Programm
Langenfeld und der 1. BC Bischmisheim stehen bei 20:4 Punkten. Die beiden Top-Teams sind nur durch das Spielverhältnis getrennt (69:27/68:28). Bischmisheim hat zum Abschluss das schwierigere Programm – morgen bei der SG EBT Berlin (Dritter/20:8), am Sonntag gegen Beuel. Eigentlich spricht alles dafür, dass der Spitzenreiter die Aussicht weiter genießen kann.
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