Handball: Rettungsanker Rosiak
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 12.12.2011Handball (RP). Handball-Oberligist SG Langenfeld gewann gegen Mettmann-Sport trotz großer personeller Sorgen und vieler Defizite nach einem harten Kampf mit 28:23. Dawid Rosiak erzielte dabei 15 Treffer – alleine zwölf nach der Pause.
Das Spiel war ein einziger Krampf und ganz oft ein verzweifelter Versuch, die vielen Unzulänglichkeiten durch Kampf zu überdecken. Das durchaus wichtige 28:23 (11:11) über Mettmann-Sport hatte der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) aber einem zu verdanken, dem alles wie von selbst zu gelingen schien.
Dawid Rosiak erzielte famose 15 Treffer und war somit an diesem Abend sogar mehr als die halbe Miete für seine Kollegen. "Überragend", bestätigte SGL-Trainer Heino Kirchhoff, dessen Team durch den Sieg den fünften Tabellenplatz (16:8 Punkte) und die Distanz nach unten behauptete.
Rosiak konnte die hohe Trefferanzahl kaum glauben: "Kam mir gar nicht so viel vor." Und die Komplimente schienen dem Rückraumspieler fast peinlich zu sein. "Einer allein kann gar kein Spiel gewinnen", betonte der 23-Jährige, der hier jedoch ein bisschen falsch lag. Ohne die zwölf Treffer alleine nach der Pause wäre wohl nichts aus einem Sieg der Hausherren geworden, die personell am Stock gingen.
Hindernisrennen
Die Liste der verletzten Langenfelder Spieler hätte wieder fast für ein eigenes Team gereicht. Tobias Kottwitz, Alexander Klimke, Matthias Herff, Fabrice Voigt und Kai Wille fehlten. Christian Majeres (Sprunggelenk) war zwar überraschend zurück auf dem Feld, erzielte jedoch wenig Wirkung.
Kaum besser ging es Niklas Körner, der zurzeit fast aus dem Stand spielt (Studium in Gießen). Wenig Glück hatte auch Keeper Tobias Hanke, der aber beim Stande von 23:21 (54.) einen Siebenmeter abwehren konnte.
Vorlage kam vom Pfosten
Rosiak gelang auch der irgendwie passende Schlusspunkt, als er 20 Sekunden vor dem Ende zum Siebenmeter antrat. Nach acht traumhaft sicher verwandelten Strafwürfen landete der Ball krachend am Pfosten und dann wieder beim Langenfelder, der im zweiten Versuch das 28:23 anbrachte.
Die SGL erlitt nach dem frühen 3:0 (3.) bald ein weiteres Handicap. Fabian Düllberg, hinten als Abwehr-Bollwerk und vorne für wichtige Tore vorgesehen, hatte nach 17 Minuten bereits zwei Zeitstrafen auf dem Konto und die Rote Karte vor Augen.
Folglich musste ihn Langenfeld jetzt dosierter einsetzen – was zusätzlich störte, zumal vorne die rechte Angriffsseite (Niklas Körner, Christian Majeres) ohnehin nicht stattfand. Bis zum 9:6 (19.) lag die SGL trotzdem vorne, ehe sich die Gäste heranrobbten und beim 12:11 (32.) die Führung erzielten.
Obwohl Mettmanns Andreas Reimers nach Belieben treffen durfte (14 Tore), war Kirchhoff nun mit seiner Abwehr eher einverstanden: "Wir haben es etwas stabiler hinbekommen." Und vorne gab es jenen Dawid Rosiak sowie als zweites Mittel Anspiele auf Kreisläufer Andreas Nelte, der unter anderem den einen oder anderen Siebenmeter herausholte. Die waren dann eine klare Sache für Rosiak, der nach dem vermeintlich beruhigenden 21:16 (47.) in engen Szenen ebenfalls die Ruhe behielt – wie bei den Siebenmetern zum 23:21 (53.) und 25:22 (55.).
Schön ist doch anders
Trainer Kirchhoff war nachher erleichtert, weil Langenfeld die Bündelung aller Kräfte in zwei Punkte umwandeln konnte – und nachdenklich angesichts der vielen Defizite. "Für heute bin ich damit zufrieden", sagte der Coach, "aber nur für heute. Schön war das nicht und so kann das nicht weitergehen. So werden wir nicht mehr gegen viele Mannschaften gewinnen." Ohne Rosiaks Gala hätte die SGL vermutlich schon diesmal gegen den Vorletzten eine Bauchlandung erlebt.
SGL: Bremer, Hanke – Majeres, Rosiak (15/8), Preissegger (2), Justen (2), Eich, Düllberg (3), Wagener (1), Felder, Körner (1), Nelte (3), Schickhaus (1).
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