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Handball: Richtig grottig

VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 11.04.2011

Handball-Verbandsligist SG Langenfeld gewann beim Letzten TuS Erkrath mit 33:23, blieb aber alles schuldig. Der Auftritt des Tabellenführers war eine Zumutung. Fehler gabs in Hülle und Fülle, Herz und Einsatz so gut wie gar nicht.

Auf und davon: Mit hohem Tempo hielten sich Matthias Herff (Mitte/rechts Andreas Nelte) und Langenfeld diesmal eher vornehm zurück.  Foto: RPO
Auf und davon: Mit hohem Tempo hielten sich Matthias Herff (Mitte/rechts Andreas Nelte) und Langenfeld diesmal eher vornehm zurück. Foto: RPO

Grundsätzlich wäre eine Menge zu besprechen gewesen. Aber Trainer Heino Kirchhoff weigerte sich – schon in der Pause, als er die Verbandsliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) in der Kabine allein über das Geschehen diskutieren ließ. Und auch nach dem 33:23 (14:10) des Tabellenführers beim Letzten TuS Erkrath blieb der Coach standhaft: "Kein Kommentar. Was soll ich sagen, wenn Lauf- und Einsatzbereitschaft fehlen?" Diese kurze Zusammenfassung war ebenso treffend wie höflich, denn der Auftritt des designierten Spitzenreiters entpuppte sich als Zumutung. Klarer kann keiner zeigen, wenn er eine Pflicht als lästig ansieht.

Langenfeld weilte in Gedanken überall, nur nicht im Heute. So lief die SGL nicht nur neben sich, sondern auch einem peinlichen Rückstand hinterher. Weil die Deckung diesmal ihren Namen nicht verdiente und der Angriff munter einen Aussetzer nach dem anderen produzierte, gabs zuerst einen blamablen Verlauf – 1:3 (5.), 2:5 (8.), 4:6 (12.), 7:6 (16.), 7:8 (18.), 8:9 (22.).

Info

Drei Wochen Pause

Verfolger Unitas Haan gewann aber gegen den HC Wermelskirchen mit 33:29. Langenfeld (40:2 Punkte) liegt deshalb weiter vier Zähler vor der Unitas (36:6) und kann am 30. April gegen den Ohligser TV den Oberliga-Aufstieg perfekt machen.

Keeper Tobias Hanke durfte zusehen, weil sich Christian Wansing und Fabian Bremer die Arbeit teilen sollten. Dass die Spielmacher Fabrice Voigt (krank) und Stefan Wagener (privat) fehlten, war auch das größere Problem.

Seltsame Pfiffe

In der folgenden Auszeit ging es laut zu, doch als Weckruf taugte die Ansprache nur bedingt. Nach dem 10:10 (24.) fielen vier Treffer hintereinander zum 14:10 (30.) und nach dem Wechsel noch einmal vier Tore in Folge zum 18:10 (36.). Selbst die erfolgreichste Phase der Partie stand allerdings im Zeichen unglaublich vieler Fehlpässe, Fehlwürfe und ausgelassener Torchancen. Keine echte Überraschung: Die Unparteiischen passten sich dem Niveau, das kaum für die Landesliga gepasst hätte, durch zahlreiche höchst seltsame Pfiffe an.

Ganz nebenbei fiel dann am Kampfgericht ein Treffer durch den Rost – obwohl Matthias Herff einwandfrei zum 28:17 (49.) getroffen und sein Erkrather Kontrahent fürs Foul eine Zeitstrafe aufgebrummt bekommen hatte. Vielleicht lag es daran, dass die Anzeigetafel ein paar Minuten vorher ihren Dienst eingestellt hatte und bloß noch die (falsche) Uhrzeit abzulesen war. Beides passte irgendwie perfekt zum grottigen Samstagabend.

Ungern rückwärts

Im Endspurt bot die SGL erneut Handball der Sorte völlig verkehrt. Erkrath durfte aus dem 18:30 (53.) das 21:30 (57.) machen, weil Langenfelder Angriffe jeweils scheiterten – und die Hausherren die Gelegenheit zu Gegenstößen entschlossen wahrnahmen. Der Tabellenführer hielt es hier wohl für vollkommen unnötig, die etwas schnellere Rückwärtsbewegung zu vollziehen. Grundsätzlich dürfte doch eine Menge zu besprechen sein.

SG Langenfeld: Chr. Wansing, Bremer – Kniesche, Majeres (3), Rosiak (5/2), Wille (2), Preissegger (1), Düllberg (7), Justen, Klimke (3), Herff (6/1), Felder (1), Nelte (5).

Quelle: RP

 
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