Rivalen im Alltag
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 14.12.2007Badminton-Bundesligist FC Langenfeld erwartet den 1. BC Beuel zum Duell zweiter Titelkandidaten. Weil beide ihren Play-Off-Platz fast sicher haben, gehts vor allem ums Prestige. Zwei Herren-Einzel könnten Höhepunkte werden.
Es ist immerhin das rheinische Duell zwischen zwei Titel-Konkurrenten, die sich in der Vergangenheit schon oft heftig bekämpften. Unvergessen wird dabei das Play-Off-Finale aus der Saison 2003/2004 bleiben. Damals verlor der Badminton-Bundesligist FC Langenfeld (FCL) das erste Endspiel um die Deutsche Meisterschaft in Bonn mit 3:5, ehe er vor heimischen Publikum durch ein 6:2 den Spieß umdrehte und sich den Titel holte. Das Duell riss seinerzeit alle von den Sitzen. Diesmal wird vieles anders sein und der Name ist sogar Programm. Denn der FCL erwartet die Beueler am Sonntag (14.15 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) nur zu einem Spiel der Normalrunde. Für beide Seiten gehts bei aller Rivalität in erster Linie darum, die Pflicht hinter sich zu bringen – Alltagsgeschäft eben.
Fehlendes Personal
Die Generalproben fielen am vergangenen Wochenende durchwachsen aus. Langenfeld, personell geschwächt, holte immerhin drei Zähler (8:0 gegen Fortuna Regensburg, 4:4 beim SC Union Lüdinghausen). Beuel kam beim 1:7 im Heimspiel gegen den Titel-Konkurrenten SG EBT Berlin unter die Räder – kein Wunder, denn in Marc Zwiebler, Ingo Kindervater und Elisabeth Cann fehlten gleich drei bei Endspielen internationaler Turnieren beschäftige Spitzenkräfte.
Nur eine Fahrkarte
Björn Joppien (FC Langenfeld) muss ohne das erhoffte Erfolgserlebnis ins Bundesligaspiel gegen Beuel gehen. Bei den Italian International in Rom verlor der 26-Jährige gestern im Viertelfinale gegen den Kanadier Andrew Dabeka nach einem packenden Kampf in zwei Sätzen ganz knapp mit 20:22, 20:22.
Joppiens Sonntags-Duell mit Beuels Marc Zwiebler ist doppelt brisant. Denn die deutschen Top-Spieler streiten ums einzige nationale Olympia-Ticket. Björn Joppien ist zurzeit 41. der Weltrangliste, Zwiebler folgt auf Platz 50. Damit wäre momentan keiner von beiden qualifiziert.
Diesmal dürften sich die Langenfeld und Beuel aber in der besten Besetzung präsentieren – was auf jeden Fall eine Garantie für Badminton der Extraklasse ist. Zwei besondere Höhepunkte könnten die Herren-Einzel werden. Przemyslaw Wacha testet den Bonner Chinesen Wu Yunyong, der Deutsche Meister Björn Joppien trifft im Prestigeduell auf seinen national schärfsten Rivalen Marc Zwiebler. In beiden Spielen wirds sicher keine Geschenke geben. „Und wenn wir schon alle da haben, wollen wir auch gewinnen“, betont Günther Joppien, der Langenfelder Bundesliga-Obmann. Dabei wirkt er sehr gelassen, weil die Entscheidung im Kampf um die vier Play-Off-Plätze längst gefallen zu sein scheint. Die SG EBT Berlin (15:3 Punkte), der Titelverteidiger 1. BC Bischmisheim (14:2), Langenfeld (13:5) und Beuel (11:5) bilden oben eine geschlossene Gesellschaft.
Spannung ab März
Weil die Kluft zwischen den Top-Teams und den unteren vier Mannschaften zu groß ist, werden Union Lüdinghausen (8:10), der VfB Friedrichshafen (7:11), Fortuna Regensburg (2:16) und der VfL 93 Hamburg (0:18) wohl in der Play-Down-Runde gegen den Abstieg kämpfen. Selbst hier wirds aber erst am 22./23. März (Halbfinale) und am 3./4. Mai 2008 richtig spannend. Für einige ist vieles auf dem Weg dorthin ein Alltagsgeschäft.
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