Badminton: Sein Königreich
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 05.02.2007Titelverteidiger Björn Joppien holte sich bei den Deutschen Badminton-Meisterschaften in Bielefeld souverän den Triumph im Herren-Einzel. Außerdem nahm der FC Langenfeld einen zweiten Platz und dreimal Rang drei mit.
Der König fuhr wie auf Schienen zum Titel – als hätte es nicht die geringsten Zweifel gegeben. Björn Joppien (FC Langenfeld/FCL) wies gestern in Bielefeld auf eindrucksvolle Art nach, dass er der beste deutsche Badminton-Spieler ist. Im Finale des Herren-Einzels fertigte der 26-Jährige seinen Herausforderer Roman Spitko (TuS Wiebelskirchen) in 25 Minuten mit 21:14 und 21:5 ab. Das Halbfinale gegen den FCL-Teamkollegen Andreas Wölk hatte am Tag zuvor viel mehr Arbeit gemacht (21:18, 21:17). Wölk belegte ebenso Platz drei wie Carola Bott, die im Damen-Einzel und im Damen-Doppel das Halbfinale erreichte. Thorsten Hukriede und Mike Joppien sorgten als Zweite des Herren-Doppels dafür, dass Langenfeld die komplette Medaillen-Palette abdecken konnte.
„Das war eine taktische Meisterleistung“, urteilte Björn Joppien, der sich mit Trainer Xu Yan Wang intensiv vorbereitet hatte, „ich habe die Vorgaben genau umsetzen können – perfekt in allen Bereichen.“ Nationalmannschafts-Kollege Spitko war schon im ersten Satz chancenlos und im zweiten höchstens ein Spielball seines Gegners, der die Partie konsequent durchzog.
„Besser geht es nicht“
Der Dauer-Dritte Andreas Wölk, der zum vierten Mal hintereinander und zum fünften Mal insgesamt Bronze einheimste, war ebenfalls mit sich und der Badminton-Welt im Reinen: „Ich bin sehr zufrieden – vor allem darüber, wie ich gespielt habe. Besser als gegen Björn kann ich einfach nicht spielen.“ Favorit Björn Joppien steigerte sich von Runde zu Runde. Wölk zeigte bereits im Viertelfinale gegen Sven Eric Kastens (VfL 93 Hamburg) eine glanzvolle Leistung.
FCL-Neuzugang Carola Bott lieferte ebenfalls viel Überzeugendes ab. Im Halbfinale des Damen-Einzels gegen die klare Favoritin Juliane Schenk (SG EBT Berlin) lag zumindest der Gewinn eines Satzes im Bereich des Möglichen. Darüber hinaus konnte sich der dritte Platz im Damen-Doppel mit Gitte Köhler (VfL 93 Hamburg) sehen lassen.
Silber eine Premiere
Thorsten Hukriede und Mike Joppien hätten sich fast ihren ganz großen Traum erfüllt. Das Halbfinale gegen die Nationalspieler Tim Dettmann und Johannes Schöttler (SG EBT Berlin/VfL 93 Hamburg) war beim 21:17, 22:20 ebenso eine Gala wie das Finale gegen Michael Fuchs und Roman Spitko (1. BC Bischmisheim/TuS Wiebelskirchen), zwei weitere Nationalspieler. Auch da leisteten die Langenfelder reichlichst Widerstand. Am Ende gabs immerhin Silber – und für Hukriede die erste Medaille überhaupt bei Deutschen Meisterschaften.
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