Handball: So viele Fragezeichen
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 17.12.2011Handball (RP). Handball-Oberligist SG Langenfeld steht am Sonntag bei TuSEM Essen II vor einer Aufgabe mit zahlreichen Unbekannten. Die Gastgeber sind kaum richtig einzuordnen – und die eigenen Probleme unverändert da.
Sicher ist, dass der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) die Pause über Weihnachten herbeisehnt. Sicher ist auch, dass der Tabellenfünfte mit seinen erstaunlichen 16:8 Punkten ein gutes Stück über dem eigenen Plan liegt – der "nur" den ungefährdeten Klassenerhalt vorsieht.
Darüber hinaus muss sich das Team um Trainer Heino Kirchhoff mit vielen Unbekannten oder sogar echten Problemen beschäftigen. Und was in der Partie bei TuSEM Essen II (morgen, 16 Uhr) auf die SGL zukommt, lässt sich kaum abschätzen.
Der Zwölfte Essen gleicht einer Wundertüte, weil die zweite Mannschaft zumindest theoretisch auf Akteure aus dem Zweitliga-Team oder aus der Bundesliga-A-Jugend zurückgreifen kann.
Blick nach unten
Die Spielordnung in der Oberliga sagt, dass es zumindest zwei Absteiger gibt. Drei werden es, falls der Meister der Oberliga nicht in die 3. Liga aufsteigt – weil er im Qualifikationsspiel gegen den Mittelrhein-Meister scheitert.
Ein vierter Absteiger kommt hinzu, wenn ein Niederrheinliga-Vertreter aus der 3. Liga absteigt. Deshalb liegt Langenfeld aktuell wenigstens sieben Punkte über dem Strich bei Rang zwölf (9:17).
Auch Kirchhoffs Kader ähnelt derzeit aber einem Puzzle – das zum einen Teil unvollständig ist und zum anderen in der Form schwankend. "Wir werden es wieder probieren", verspricht der Coach, dessen Mannschaft sich zuletzt vor allem dank des überragenden Dawid Rosiak zum 28:23-Sieg über den Vorletzten Mettmann-Sport arbeitete.
Einfacher auszurechnen
Die fünf (Langzeit-) Verletzten Tobias Kottwitz, Matthias Herff, Alexander Klimke, Kai Wille und Fabrice Voigt stehen sicher nicht zur Verfügung. Allein deshalb gibts bei der Aufstellung einen Mangel an echten Alternativen.
Außerdem lag zuletzt der rechte Rückraum ziemlich brach, weil die Linkshänder Niklas Körner (ohne Training/Studium in Gießen) und Christian Majeres (nach Fußverletzung) fast gar keine Impulse zum Erfolg beisteuern konnten. Die Konsequenz: Die SGL war dadurch einfacher auszurechnen und setzte später im Rückraum nur auf Rechtshänder.
Die Lage bei Spielfluss und Zug zum Tor lässt sich in der Tabelle ablesen, denn dort wird Langenfeld nach zwölf Spielen mit 347 erzielten Treffern geführt. Darunter liegen nur die Klubs auf den letzten Plätzen (Hiesfeld/337, Mettmann/344, Lobberich/338). Dagegen kann die SGL immerhin ihr großes Plus stellen – und 319 Gegentreffer sind der stärkste Abwehrwert in der Liga.
Zugang entscheidend
Nicht mal die Top-Teams Borussia Mönchengladbach (352), Neusser HV (327) und Adler Königshof (367) sind hier besser. "Es wird darauf ankommen, wie wir den Zugang zum Spiel finden", vermutet Kirchhoff. Ganz sicher muss der Neuling alles an Leidenschaft und Einsatz zusammenkratzen, um die letzte Prüfung eines bisher erstaunlichen Jahres zu bestehen.
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