Handball: Sorgen ohne Ende
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 13.09.2011Handball (RP). Die ergänzte A-Jugend der SG Langenfeld verlor beim Verbandsligisten TS Lürrip mit 24:30, vertrat den Handball-Oberligisten aber sehr anständig. Weniger erfreulich für Trainer Heino Kirchhoff: Jetzt ist auch Florian Felder verletzt.
Ungewöhnliche Situationen erfordern auch ungewöhnliche Maßnahmen – dachte sich der von großen personellen Sorgen geplagte Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL). Deshalb trat in der ersten Runde des HVN-Pokals (Verbandsebene) beim Verbandsligisten TS Lürrip eine um ein paar Spieler aus der Ersten ergänzte A-Jugend auf (ebenfalls Oberliga).
Dass Langenfeld mit 24:30 (8:14) verlor und seine erste Pflichtspiel-Niederlage seit 18 Monaten erlitt, war nur eine Randnotiz. "Die Jungs haben sich wirklich gut verkauft", lobte Trainer Heino Kirchhoff. Der Coach des Oberliga-Teams hatte nur eine beobachtende Rolle, während die Verantwortung bei den Jugend-Trainern Dennis Werkmeister und Stefan Wagener lag.
Acht Treffer von Hambrock
Langenfeld erwischte einen guten Start und legte das 6:5 vor (10.). Anschließend ging jedoch für fünf Minuten der Faden verloren – 6:10 (15.). Weil der Außenseiter trotz des Sechs-Tore-Rückstands zur Halbzeit nicht aufgab, fand er über das 12:17 (40.) bis zum 21:25 (51.) ins Geschehen zurück. Einen starken Eindruck hinterließ vor allem Steffen Hambrock, der acht Treffer erzielte. Unter dem Strich waren die Hausherren eine Portion zu clever für die SGL – die zudem zu viele Gegenstoßtreffer kassierte und vier von fünf Strafwürfen nicht nutzte. Weil aber keiner Wunder erwartet hatte, konnte Langenfeld mit dem Resultat ganz gut leben.
Der Alterspräsident
Uwe Stolley ist stellvertretender Handball-Abteilungsleiter bei der SG Langenfeld (SGL) und er hatte nach dem Pokalspiel des Oberliga-Aufsteigers in Lürrip schnell einen starken statistischen Wert ausgerechnet: "Das war wohl die jüngste Mannschaft, die je für Langenfeld gespielt hat." Weil acht der zwölf Mitwirkenden gerade erst 18 Jahre jung waren, kam Stolley auf einen Durchschnitt von 19,5 Jahren.
Für Stefan Wagener, den Kapitän des Oberliga-Teams, bot der Auftritt erst recht was Besonderes. Der Trainer der A-Jugend stand auch auf dem Feld – und mit seinen 25 Jahren sogar als "Oldie".
Weniger Begeisterung rief bei Kirchhoff hervor, dass sein ohnehin ausgedünntes Aufgebot für den Meisterschaftsstart am Samstag (18 Uhr) bei der HSG Düsseldorf II weiter zu schrumpfen scheint. Dort werden in Matthias Herff (Kreuzbandriss), Fabian Düllberg (Muskelfaserriss) und Alexander Klimke (Rückenprobleme) drei Bausteine aus der Aufstiegs-Mannschaft der vergangenen Saison sicher fehlen.
Was Kirchhoff hoffen muss
Für weitere Sorgenfalten sorgte die Pokal-Partie in Lürrip. Kreisläufer Fabian Felder, erst kürzlich aus der A-Jugend aufgerückt, erlitt eine noch nicht genauer untersuchte Knieverletzung. Spieler wie Dawid Rosiak (Rücken) und Christian Majeres (Fersensporn) sollen jetzt immerhin ins Training zurückkehren. Kirchhoff hofft deshalb, die verbleibende Zeit mit einer ausreichenden Zahl an gesunden Spielern halbwegs gut nutzen zu können. Eins steht für ihn sowieso fest: "Wir werden uns durchkämpfen müssen." Besonders der Angriff dürfte unter den ständigen Verschiebungen zu leiden haben – und vielleicht auf die eine oder andere ungewöhnliche Maßnahme angewiesen sein.
SG Langenfeld: Bremer, C. Wansing – Kolletzko (3), Guggenmos (2), Wiebenga, Stolley (3), Justen (2), Hambrock (8/1), Wagener, Felder (2), Burmeister (2), Adams (2).
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