Handball: Stark, stärker, Hanke
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 19.09.2011Handball (RP). Handball-Oberligist SG Langenfeld startete als Aufsteiger mit einer dicken Überraschung und einem verdienten 24:14-Sieg bei der HSG Düsseldorf II in die Saison. Hinter einer famosen Deckung überragte Keeper Tobias Hanke alle.
Die Eingewöhnungszeit war praktisch gleich null und die Oberliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) sind mit einem Paukenschlag in der höheren Klasse angekommen. Mancher musste selbst nach dem Abpfiff mindestens zweimal auf die elektronische Anzeigetafel sehen, um das Ergebnis zu realisieren.
Der Aufsteiger gewann am ersten Spieltag 2011/2012 dank einer fast unfassbar guten Defensiv-Leistung bei der HSG Düsseldorf II glatt mit 24:14 (10:6). Der Erfolg war selbst in dieser Höhe verdient, denn Langenfeld stellte über weite Strecken das dominierende Team.
Viele brillante Szenen
Trainer Heino Kirchhoff, der gewöhnlich mit Superlativen sparsam umgeht, nannte treffend immer wieder ein Prädikat: "Überragend." Die Top-Note verdiente sich Torhüter Tobias Hanke, der serienweise erstklassige Paraden bot.
Ausfälle und Pausen
In den verletzten Matthias Herff, Alexander Klimke und Fabian Düllberg fehlten drei Stammspieler. Darum hofft Trainer Heino Kirchhoff jetzt erst recht, dass es Linkshänder Niklas Körner (kurz nach dem Wechsel umgeknickt) nicht schwerwiegend erwischt hat.
Geduld war unter anderem in der auf über 20 Minuten verlängerten Pause gefragt – weil plötzlich ein Alarm losging. Ursache: Jemand hatte versehentlich den Alarm-Knopf getroffen. Anschließend dauerte es eine Weile, bis der Hausmeister zur Stelle war.
Dadurch hatte der Keeper einen entscheidenden Anteil daran, dass die SGL das Spiel ab dem 4:4 (11.) immer besser in den Griff bekam. In den übrigen 50 Minuten musste Hanke nur noch zehn Gegentore hinnehmen – wozu er selbst viele brillante Szenen beisteuerte (ein Siebenmeter sowie freie Bälle gehalten).
Perfekte Unterstützung kam vom vorzüglichen Abwehrverband, in dem alle schnell auf den Beinen waren und Lücken zu stopfen wussten. Bemerkenswert: Andreas Nelte gelang hier der eine oder andere spektakuläre Block – selbst gegen Düsseldorfs wurfgewaltigen Markus Neukirchen, den Christian Majeres sonst sehr wirkungsvoll störte.
Die Serie vom 4:4 zum 7:4 (18.) deutete erstmals an, was drin sein könnte. Düsseldorfs Willen zur Wende konterte der Neuling eiskalt, zumal André Eich als Regisseur die Ruhe behielt und oft richtige Lösungen fand. Selbst das Verletzungs-Aus von Niklas Körner (36./umgeknickt) konnte die ohnehin von personellen Sorgen geplagten Gäste jetzt nicht mehr aufhalten.
Heber als Höchststrafe
Maßgeblich daran beteiligt waren Dawid Rosiak und Christian Majeres – zwei zuletzt angeschlagene Spieler. Rosiak erzielte bis zum 17:9 (46.) zwei Treffer, Majeres sogar vier. Der Rest bestand vor allem aus verzweifelten Versuchen der HSG, das Unheil über immer offensivere Abwehrvarianten zu verhindern.
Kirchhoffs Mannschaft verlor hier zwar ein paar Mal den Ball, arbeitete jedoch konsequent weiter und streute gleichzeitig sehenswerte Angriffe ein. Der Heber von Vinzenz Preissegger zum 22:11 (55.) muss für die Hausherren eine Höchststrafe gewesen sein. Langenfeld nutzte eben die Chance, mit einem Paukenschlag in der Oberliga anzukommen.
SGL: Hanke, C. Wansing – Majeres (6), Rosiak (6), Wille, Preissegger (2), Justen (1), Wagener, Felder (1), Eich (4/3), Körner, Voigt, Nelte (4).
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