Handball: Suche nach dem Alltag
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 07.05.2011Handball-Verbandsligist SG Langenfeld steht als Aufsteiger zur Oberliga fest – und er hat den Triumph intensiv gefeiert. Nun will der ungeschlagene Meister auch die beiden restlichen Aufgaben in dieser Saison vernünftig lösen.
Der Fall ist seit dem vergangenen Wochenende klar, denn nach dem 29:25 über den Ohligser TV steht der Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) zwei Runden vor dem Ende der Saison als Aufsteiger in die Oberliga fest. Die umfangreichen Feiern sind aber inzwischen abgehakt und der Meister sucht intensiv nach einem Weg zurück in den sportlichen Alltag. "Die Anspannung ist noch nicht weit genug weg", sagt Trainer Heino Kirchhoff. Ob das Umschalten gelingt, wird die Aufgabe heute (18 Uhr) beim Vorletzten Kettwiger TV zeigen, die für Langenfeld einen Blamagefaktor birgt. Kirchhoff sieht die Sache mit dem Selbstbewusstsein aus 22 Saison-Partien ohne Niederlage: "Ich denke, dass wir genügend Leute finden werden, die Lust auf dieses Spiel haben. Wir werden in Kettwig gewinnen."
Hinten wie Beton
Wie klar der Meister SG Langenfeld (SGL) der Konkurrenz enteilt ist, zeigen auch die 687:485 Treffer – wobei der Wert an Gegentoren echt rekordverdächtig ist. Im Durchschnitt aller bisher 22 Spiele mussten Langenfelds Torhüter nur 22 Mal hinter sich greifen.
Das Durchschnitt-Resultat liegt bei 31,22:22,00. Die 20:20-Unentschieden gegen den TSV Aufderhöhe und beim Ohligser TV sind hier jeweils enthalten. In Aufderhöhe steigt am 14. Mai (18.30 Uhr) der letzte Auftritt 2010/2011.
Krasser könnten die Gegensätze sowieso kaum sein. Kettwig ist Vorletzter und nur deshalb nicht mehr in Abstiegsgefahr, weil die Bergischen Panther II nach ihrem Rückzug vor einigen Wochen sofort als erster von zwei Absteigern feststanden. Das andere Ticket nach unten geht ebenso fest an den TuS Erkrath (4:40 Punkte), der dem Rest der Feldes meilenweit hinterherhinkt. Daraus folgt, dass die Gastgeber längst keinerlei Druck mehr haben – wie die SGL, die das vorläufige Ziel ihrer Träume inzwischen erreicht hat. Alles andere als ein ziemlich klarer Sieg des Spitzenreiters (42:2 Punkte) wäre sicher eine wenigstens größere Überraschung.
Rosiak mit Glück im Unglück
Beim 34:20 aus der Hinrunde hatte Langenfeld bloß am Anfang Probleme, bevor eine U-22-Auswahl innerhalb von weniger als neun Minuten aus dem 5:3 das beruhigende 12:3 machte. So wird es jetzt nicht wieder laufen können – weil etwa Tobias Justen, Vinzenz Preissegger und Alexander Klimke inzwischen 23 Jahre jung sind. Rückraumspieler Dawid Rosiak hat zwar bis zum nächsten Geburtstag ein paar Monate Zeit, plagt sich jedoch mit einer lädierten Nase herum. Die Verletzung aus dem Spiel gegen Ohligs erwies sich bei einer eingehenden Untersuchung immerhin nicht als der befürchtete Bruch, sondern als starke Prellung. Kirchhoff: "Das soll Dawid selbst enscheiden, ob er damit spielen kann und will."
Blick nach vorne
Fester Wille aller ist es dafür, zuerst die Aufgaben in Kettwig und dann zum Saisonfinale beim TSV Aufderhöhe (14. Mai) so vernünftig wie möglich über die Bühne zu bringen. Parallel dazu sind bereits die Planungen für manches angelaufen, was direkt mit der kommenden Saison zusammenhängt – Trainingsinhalte, Terminabsprachen, Urlaub, Testspiel-Vereinbarungen. Irgendwie hat der Alltag den Meister wohl doch schon eingeholt.
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