Traum vorbei, Fall erledigt
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 10.04.2008Badminton-Bundesligist FC Langenfeld verlor sein sportlich erkämpftes Ticket fürs Meisterschafts-Finale wegen
des Einsatzes von Fabienne Deprez am grünen Tisch. Den Protest beim Verbandsgericht nahm der Verein zurück.Auf einmal ging alles ganz schnell und die Hängepartie war plötzlich vorbei. Ergebnis: Badminton-Bundesligist FC Langenfeld (FCL), rein sportlich durchs 4:4 und 5:3 im Play-Off-Halbfinale gegen den rheinischen Rivalen 1. BC Beuel fürs Finale um die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft qualifiziert, ist jetzt nur noch Zuschauer. Bundesliga-Spielleiter Bernd Mohaupt (Gütersloh) hatte das Unentschieden aus dem Hinspiel kürzlich in ein 0:8 umgewertet und Spielausschuss-Vorsitzender Lutz Sotta (Düren) diese Entscheidung bestätigt. Der FCL legte danach beim Verbandsgericht des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) umgehend Protest ein – und machte am Dienstag einen Rückzieher (wir berichteten). Die Folge: Der Berliner Gerichtspräsident Achim Riedel braucht kein Urteil mehr zu fällen. „Ich begrüße es ausdrücklich, dass die Teilnahme an den Finalspielen nicht wieder von einer Entscheidung des DBV-Verbandsgerichts abhängt“, sagte Riedel.
Dann erst recht
Der Faktor Zeit spielt für die betroffenen Vereine eine zentrale Rolle. Das Verbandsgericht wollte den Fall erst bis zum 20. April entscheiden – gerade zwei Wochen vor den beiden Meisterschafts-Endspielen. Nun haben der 1. BC Beuel und der 1. BC Bischmisheim die nötige Vorlaufzeit.
Langenfeld wird die Spiele mit Wehmut verfolgen, denkt aber schon an die Zukunft. „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt Sprecher Andreas Wölk, „wir sind alle entschlossen, es im nächsten Jahr erst recht wieder zu versuchen.“
Verbotener Einsatz
Knackpunkt in der für den FCL äußerst unerfreulichen Entwicklung war der Einsatz von Fabienne Deprez (16), die im ersten Halbfinale gegen Beuel das Mixed bestritt – was sie nach dem Regelwerk nicht gedurft hätte. Das größte deutsche Talent war fürs parallel zum Play-Off-Halbfinale laufende Sechs-Nationen-Turnier U 19 in den Niederlanden nominiert, sagte dafür allerdings aus schulischen Gründen ab. Damit erlosch gleichzeitig ihre Ausnahme-Erlaubnis zum Einsatz in Senioren-Mannschaften.
Ungewissheit vorbei
Langenfeld nahm den Einspruch auch deshalb zurück, weil er sehr wahrscheinlich ohnehin gescheitert wäre. Zum Entschluss trug die Mannschaft entscheidend bei – besonders durch Björn Joppien, Mike Joppien, Thorsten Hukriede und Andreas Wölk. „Das Schlimmste für uns war die Ungewissheit“, betont FCL-Sprecher Wölk, „jetzt hat sich die erste Enttäuschung gelegt. Es ist uns ein Fauxpas passiert – ein kollektives Versäumnis.“
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