Was passiert in Korea?
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 26.01.2007Badminton-Bundesligist FC Langenfeld sieht vor dem Bundesliga-Spiel beim 1. BC Beuel gespannt nach Seoul. Björn Joppien und Przemyslaw Wacha sind ausgeschieden – aber Kamila Augustyn und Nadiezda Kostiuczyk noch dabei.
Wie in der Hinrunde
Der FCL hat seinen Platz in der Play-Off-Runde (vier Teams) um die Deutsche Meisterschaft fast sicher. Der 1. BC Bischmisheim (18:2 Punkte) führt vor Langenfeld (14:4), der SG EBT Berlin (13:5), Beuel (9:9), Fortuna Regensburg (9:11) und dem SC Union Lüdinghausen (8:10).
Am 5. November trennten sich der FCL und Beuel in der Hinrunde 4:4. Auch damals fehlten Kamila Augustyn und Nadiezda Kostiuczyk (Sieg bei den Danish Open).
Die Lage ist – vorsichtig ausgedrückt – verrückt. Der Deutsche Meister Björn Joppien und Przemyslaw Wacha, der Titelträger Polens, sind in Korea (Seoul) beim Turnier der neuen Super Series ausgeschieden. Davon dürfte der Badminton-Bundesligist FC Langenfeld (FCL) profitieren. Denn die Spitzenkräfte müssten die Heimreise nach Europa unter normalen Umständen so rechtzeitig schaffen, dass sie am Sonntag (14 Uhr) im rheinischen Derby beim 1. BC Beuel zur Verfügung stehen. Der verzwicktere Fall wartet aber noch auf eine Lösung. Kamila Augustyn/Nadiezda Kostiuczyk (Polen) sind in Korea noch dabei. Deshalb könnte Langenfeld jetzt möglicherweise ein größeres Problem bekommen.
Augustyn/Kostiuczyk gewannen gestern gegen die Japanerinnen Kumiko Ogura/Reiko Shiota (18:21, 21:14, 21:13) und zogen dadurch ins Viertelfinale ein. Dort treffen sie erst heute auf Lee Kyung Won/Lee Hyo Jung (Korea), die in der neuen Weltrangliste auf Platz elf stehen. Geht nicht? Abwarten! Die beiden Wahl-Langenfelderinnen liegen als 13. schließlich nicht so sehr weit zurück. Und der Erfolg über Ogura/Shiota (14.) war sicher kein Produkt des Zufalls – ebenso wenig wie der Sieg bei den Danish Open Anfang November des vergangenen Jahres.
Unkontrollierte Lehrstunde
Björn Joppien und Przemyslaw Wacha trafen in der ersten Korea-Runde im direkten Einzel-Duell aufeinander. Die Begegnung brachte dem Deutschen Meister eine unnötige 21:18, 17:21, 16:21-Niederlage. Nach dem gewonnenen ersten Satz ließ Joppien etwas nach, blieb jedoch dran. Weil die Aktionen ungenauer wurden, kam Wacha mit seinen Angriffen schneller durch und zum 1:1-Ausgleich. Im dritten Durchgang holte Björn Joppien fünf Punkte Rückstand auf – 15:15. Den Rest konnte er selbst nicht begreifen: „Bis dahin war alles bestens. Dann hab ich Przemek eine Lehrstunde gegeben, wie man es nicht machen sollte – zu ungeduldig, zu schnell, zu unkontrolliert.“ Eine Runde weiter scheiterte Wacha in zwei Sätzen am Weltmeister Lin Dan (China/14:21, 15:21).
„Sehen, was rauskommt“
In optimaler Besetzung müsste Langenfeld in Beuel als klarer Favorit gelten, weil die Gastgeber zuletzt wegen personeller Probleme (Marc Zwiebler und Ingo Kindervater verletzt) sogar Niederlagen gegen Mannschafte aus der unteren Tabellenhälfte hinnehmen mussten (wie am 14. Januar beim 3:5 in Lüdinghausen). Rücksicht auf den angeschlagenen Kontrahenten kam für die Lagenfelder eigentlich nicht in Frage. „Wir wollen vernünftig spielen und sehen, was dabei rauskommt“, sagte Langenfelds Bundesliga-Obmann Günther Joppien – vor dem Einzug von Augustyn/Kostiuczyk ins Viertelfinale.
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