Badminton: Wenn Millimeter fehlen
VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 02.02.2009Björn Joppien verlor das Finale der Deutschen Badminton-Meisterschaften knapp gegen Titelverteidiger
Marc Zwiebler – 20:22, 20:22. Der 28-Jährige, der befreit spielte, holte die einzige Medaille des FC Langenfeld.Björn Joppien war so dicht dran, den Traum zu verwirklichen und sich seinen achten nationalen Titel zu holen. Am Ende fehlten dem 28-Jährigen in Diensten des Bundesligisten FC Langenfeld (FCL) gestern im Finale der Deutschen Badminton-Meisterschaften in Bielefeld nur ein paar Millimeter – 20:22, 20:22 gegen Marc Zwiebler (1. BC Beuel). "Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht", räumte Joppien ein, "ich hätte wenigstens gern drei Sätze gehabt. Andererseits bin ich ja realistisch." Über das gesamte Turnier schien für ihn die Kraft in der Ruhe zu liegen.
Der Langenfelder, der sich nach seinem Abschied aus dem Kader des Deutschen Badminton-Verbandes in erster Linie um Familie und Beruf kümmert, gelangte fast mühelos ins Finale. "Ich bin es diesmal ganz locker angegangen", sagte Joppien, der nur im Halbfinale etwas unter Druck geriet. Insgesamt gabs jedoch beim 21:15, 17:21, 21:10 über Marcel Reuter (TuS Wiebelskirchen) keine echte Gefahr.
Lernen für die Zukunft
Dass der Weg in die Erwachsenen-Spitze weit und steinig ist, bekamen alle Talente des FC Langenfeld (FCL) deutlich zu spüren. "Sie sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten geblieben", fand Bundesliga-Obmann Günther Joppien.
Für Philipp Wachenfeld oder Fabienne Köhler gabs vor allem eine Menge zu lernen. U-19-Meisterin Fabienne Deprez verlor ihr Achtelfinale gegen Carola Bott (Bischmisheim) vorwiegend, weil sie zu viele Eigenfehler produzierte.
Überzeugende Leistung
Das Finale der beiden Dauer-Rivalen blieb jederzeit spannend. Joppien führte, hatte im ersten Abschnitt beim Stande von 20:19 sogar einen Satzball – und Pech. Später verfehlte der siebenmalige Meister (2000 bis 2004, 2006, 2007) nach dem 19:18 knapp den Punkt zum 20:18. Was unter dem Strich zuerst blieb, war die Erkenntnis, eine gute Vorstellung gezeigt zu haben. "Mit der Lockerheit und Befreitheit von heute sowie der Fitness von vor zwei Jahren hätte ich gewonnen", glaubt Björn Joppien.
An seinem einmal eingeschlagenen Kurs will er allerdings unbedingt festhalten, zumal die Ausbildung zum Kaufmann für Büro-Kommunikation langsam in ihre entscheidende Phase geht. "Die Prüfung ist im Mai", berichtet der Ex-Profi, "und steht ganz klar im Mittelpunkt. Was danach passiert, lasse ich jetzt mal offen." Vielleicht ergibt sich dann die Gelegenheit, das Trainings-Pensum wieder etwas nach oben zu verändern – zum Beispiel, um im nächsten Jahr erneut anzugreifen.
Wichtige Kleinigkeiten
Allein Björn Joppien gewann eine Medaille für den FC Langenfeld, der damit die kargste Meisterschafts-Bilanz seit vielen Jahren verzeichnete. Am ehesten hätten noch die beiden Doppel-Routiniers Thorsten Hukriede und Mike Joppien das Halbfinale erreichen können. Huk-riede/Joppien lieferten im Viertelfinale gegen die Favoriten Michael Fuchs/Ingo Kindervater (1. BC Bischmisheim/1. BC Beuel) ein Duell auf Augenhöhe ab, in dem gegen Ende vor allem Kleinigkeiten entschieden (17:21, 21:13, 13:21).
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