American football: Wer oben mitreden will
VON HOLGER BESSLICH - zuletzt aktualisiert: 13.04.2010Für die Saison 2010 hat sich der Football-Zweitligist Langenfeld Longhorns einiges vorgenommen. Der Aufstieg ist keine Pflicht, aber auch kein Tabu-Thema. Beim 19:21 im Test gegen die Stuttgart Scorpions gabs viele gute Ansätze.
Die Langenfeld Longhorns sehen sich für die neue Saison in der 2. Football-Bundesliga Nord (German Football League 2) gut aufgestellt. Bevor der Ernstfall am 1. Mai (16 Uhr) gegen die Cologne Falcons kommt, gabs für das Team um den Sportlichen Leiter Michael Hap auf jeden Fall mal einen sehr ordentlichen Test gegen den Erstligisten Stuttgart Scorpions.
Langenfeld unterlag nur knapp mit 19:21 (0:7, 7:7, 0:0, 12:7). "Wir können auf dieser Leistung aufbauen. Da beide Teams nicht komplett waren, wird sicher eine Steigerung bis zum Saisonstart möglich sein – auch für uns", vermutet Hap.
Vor allem die Neuzugänge aus Übersee stellten direkt ihren Wert unter Beweis. Defense Tackle Barry Thomas (Alabama) und Quarterback Andrew Hill (Orlando) wussten auf Anhieb zu überzeugen – obwohl sie sich erst noch richtig eingewöhnen müssen. Spielmacher Hill, erst am vergangenen Donnerstag zu den Longhorns gestoßen, bediente zunächst mustergültig Bastian Hensel zum 6:14.
Kaum zu bremsen
Kleinere Anfangs-Komplikationen hatte Langenfelds neuer Quarterback Andrew "Drew" Hill zu überwinden. Da das Ticket auf seinen Spitznamen ausgestellt war, musste der aus Orlando stammende US-Spielmacher ein wenig länger in der Zoll- und Passkontrolle verbringen.
Beim ersten Auftritt im Langenfelder Trikot wusste der Quarterback dennoch zu überzeugen. Hill steuerte beim 19:21 alle drei Pässe zu den Touchdowns der Longhorns gegen Stuttgart bei.
Daniel Berg mit Pech
Anschließend brachte sein Zuspiel auf Bastian Neukötter das 13:21, bevor Marcel Kirchner noch einen Pass zum 19:21 fing. Doppeltes Pech hatte Runningback Daniel Berg, der erst nach einem sehenswerten Lauf über 60 Yards den Ball verlor (Fumble) und im letzten Spielzug beim Zwei-Punkte-Versuch um wenige Zentimeter den möglichen Ausgleich verpasste.
Die Zugänge Florian Niephaus (Düsseldorf Bulldozer), Stefan Clemens (Aachen Vampires), Dimitri Ott, Arek Soberski, Josha Schmidt (alle Bonn Gamecocks), Sven Heister und Christopher Korsten (beide Cologne Falcons) sowie Rückkehrer Murat Celenler (Maastricht Wildcats) boten in der bisherigen Vorbereitung ebenfalls gute Leistungen.
Aus der eigenen Jugend gehören jetzt Gregor Forst und Keven Losch zum Zweitliga-Kader. Gegen Stuttgart fehlten noch die Receiver Olaf Fries, Thomas Jung und Bastian Zuber. "Da ist für uns im Angriff Luft nach oben drin. Es lief noch nicht alles so rund. Aber wir haben drei Wochen Zeit bis zum Start und feilen an den Details", stellte Hap fest.
Auch Lübeck ein Kandidat
Insgesamt wirft der Verein nicht nur ein Auge auf den Aufstieg zur German Football League (GFL). "Wir sind nicht abgeneigt und würden die Meisterschaft gerne mitnehmen. Aber wir planen es nicht. Es gibt zu viele Faktoren in einer Saison, die negativ wirken können. Unser Ziel ist es wieder, die beste Defense und beste Offense der Liga zu stellen. Kriegen wir das hin, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir neben Lübeck und den anderen Teams ein Wörtchen mitsprechen können", sagt der Longhorns Vorsitzende Heiko Rudolph.
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