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Handball: Zu viele Schönheitsfehler

VON MICHAEL DEUTZMANN - zuletzt aktualisiert: 03.10.2011

Handball (RP). Handball-Oberligist SG Langenfeld holte durchs 31:29 bei der SG Solingen BHC 06 II den dritten Sieg in Folge. Trainer Heino Kirchhoff war aber sauer, denn sein Team bot reichlich Durcheinander – und ein Spiel mit dem Feuer.

Lande-Anflug: Andreas Nelte (Nummer 82) stellte durch seinen späten Treffer zum 31:29 den knappen Langenfelder Sieg sicher.  Foto:  Matzerath
Lande-Anflug: Andreas Nelte (Nummer 82) stellte durch seinen späten Treffer zum 31:29 den knappen Langenfelder Sieg sicher. Foto: Matzerath

In seiner Brust schlagen zwei Herzen und natürlich freute sich Trainer Heino Kirchhoff auch mit den Oberliga-Handballern der SG Langenfeld (SGL) über den 31:29 (16:13)-Erfolg bei der SG Solingen BHC 06 II.

"Ich bin sehr froh darüber, dass wir die Punkte haben", betont Kirchhoff. Auf der anderen Seite hatte er was gegen die gerade herrschende Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung – Resultat des dritten Sieges hintereinander und der Tabellenführung für den Aufsteiger. "Jetzt sind wieder alle zufrieden", erklärte der 57-Jährige, "aber so geht das nicht weiter. Wir sind überhaupt nicht in der Lage, in einem Spiel etwas zu lernen."

Wie ein roter Faden

Der Auftritt in Solingen war sicher extrem durchwachsen. Technische Fehler, Ballverluste und Unaufmerksamkeiten jeder Art zogen sich wie ein roter Faden durch die Partie. Allein vor dem 1:0 (4.) durch Andreas Nelte trug Langenfeld vier Angriffe ohne guten Abschluss vor.

Info

Namen und Zahlen

Für Langenfeld geht es in dieser Saison bei vier Absteigern nur um den Klassenerhalt. Dafür sind 6:0 Punkte eine perfekte Basis. Der Aufsteiger hatte es bisher aber nur mit Gegnern zu tun, die sich schon jetzt in der unteren Tabellenhälfte aufhalten – mit der HSG Düsseldorf II (Neunter), Rheinwacht Dinslaken (Zwölfter) und Solingen (Vorletzter).

Wann sich die personelle Verletztenliste lichtet, ist noch offen. Gegen Solingen fehlten erneut Fabian Düllberg (Muskelfaserriss), Matthias Herff (Kreuzbandriss), Alexander Klimke (Rücken) und Stefan Wagener (Bauchmuskel).

Die SGL blieb vor allem deshalb dran, weil sich die Hausherren noch mehr Patzer erlaubten. Beim 5:7 (15.), 6:8 (17.) und 8:10 (20.) lagen die Gäste hinten, ehe sie übers 11:11 (24.) und 12:12 (25.) Land sahen – was nicht zuletzt Torhüter Tobias Hanke zu verdanken war, der in dieser Phase starke Paraden zeigte.

Das 16:13 (30.) baute Langenfeld zur 19:15-Führung (35.) aus, sodass sich etwas Ähnliches wie Entspannung andeutete. Die Hoffnung hielt dann bis zum 22:18 (43.) und 25:21 (49.), zumal der erneut herausragende Christian Majeres praktisch wie auf Knopfdruck traf – auch zum 27:24 (53.).

Dass die Hausherren im Endspurt dennoch beinah die Wende geschafft hätten, ging besonders auf das Konto ihres Spielertrainers. Sebastian Hinze (auf vielen Positionen zu Hause) narrte die Abwehr der SGL praktisch pausenlos gemeinsam mit seinem Rechtsaußen Nico Schmidt, der manchen Treffer aus einem ziemlich unmöglichen Winkel unterbrachte.

Zweifelhafte "Taktik"

Langenfeld, das selbst die eine oder andere Großchance ungenutzt ließ, betrieb gegen Schluss ein Spiel mit dem Feuer – 27:26 (56.), 28:27 (57.), 29:28 (58.), 30:29 (60.). Erst als Solingen (jetzt nach einer Zeitstrafe in Unterzahl) rund 40 Sekunden vor dem Abpfiff zum Verzweiflungs-Mittel offene Manndeckung griff, schaffte Andreas Nelte den Durchbruch zum 31:29 für die Gäste, die viel Stückwerk ablieferten und sich zu oft auf Einzelaktionen verlassen mussten. Diese "Taktik" wird jedoch nicht oft reichen und ernsthaft zufrieden kann deshalb niemand sein – es sei denn, die schönen 6:0 Punkte sind gemeint.

SG Langenfeld: Hanke, C. Wansing – Majeres (8), Rosiak (2), Wille, Preissegger, Justen (1), Eich (5/1), Felder (1), Körner (4), Voigt (2), Nelte (5), Schickhaus (3).

Quelle: RP


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