Wassersport: Zwei Stars ohne Allüren
VON HOLGER BESSLICH - zuletzt aktualisiert: 30.04.2009Die amerikanischen Wakeboard-Profis Collin Harrington und Shawn Watson waren auf der Wasserski-Anlage
in Berghausen zu Gast. Die Devise der beiden Sportler direkt nach der Ankunft: Raus aus dem Flieger, rauf aufs Brett.Die Augen sind noch klein und der Blick wirkt verschlafen. Trotzdem zeigen sich die Wakeboard-Profis Collin Harrington (26) und Shawn Watson (26) offen und zu Späßen aufgelegt. Obwohl sie gerade erst einen Acht-Stunden-Flug aus den Vereinigten Staaten hinter sich haben, mischen sich die beiden Sportler gleich in den normalen Betrieb der Berghausener Wasserski-Anlage. Dort fahren sie neben jungen Talenten und Anfängern locker ein paar Runden mit. "Das ist echt fantastisch. Zu Hause haben wir nicht so viele Hindernisse im Wasser. Da kriegt man gleich Lust, zu fahren", staunt Watson.
In ihrer Heimat fahren die beiden Wakeboarder meist nur hinter dem Boot. Anlagen wie die in Langenfeld gibt es nur selten. "Der Zug der Leine ist etwas anders. Das fühlt sich irgendwie anders an", erklärt Collin Harrington (26), der schon vor vier Jahren in Langenfeld war. Shawn Watson ist dagegen zum ersten Mal bei der Familie Sühs zu Gast. Die Profis sind schnell mit allem vertraut und zeigen dann gerne Auszüge ihres Könnens.
Bewegte Bilder
Shawn Watson und Collin Harrington sind in der deutschen Wakeboard-Szene vor allem durch ihre viele kleine Einsätze in verschiedenen Sport-Videos ziemlich bekannt. Watson hat darüber hinaus seit Jahren ein Brett, das seinen Namen trägt.
Gestern präsentierte Harrington das erste eigene Video "Fun of Box" als echte Europa-Premiere. "Schön, dass man seine Freunde auch dort unterbringen kann", sagt Harrington zur Produktion.
Rundfahrt durch Deutschland
Veranstaltungen von Sponsoren sind immer willkommene Einladungen für Reisen in andere Länder. Morgen nehmen die amerikanischen Asse im Kölner Stadtbad am "Red Bull Wake the Line"-Wettkampf teil, bei dem es 10 000 US-Dollar Preisgeld zu gewinnen gibt. Anschließend werden Watson und Harrington ihre Sponsoren auf verschiedene Anlagen in Deutschland begleiten. "Das gehört dazu und ist immer wieder etwas Besonderes. Vor allem im Ausland macht es eine Menge Spaß, weil man da anderen Kulturen kennenlernen kann", erzählt Harrington. "Da kommen immer viele begeisterte Menschen vorbei, die viel wissen wollen. Das macht Spaß", bestätigt Watson.
Mit dem Beruf Profi-Wakeboarder haben sich die Amerikaner einen Traum erfüllt. "Wir können tun und lassen, was wir wollen. Und uns bleibt ein Bürojob erspart", findet US-Meister Watson, der seit 1999 Profi ist. Gleichzeitig berichten die Sportler, dass ihre Arbeit auch Schattenseiten hat. Während Watson beide Knie operieren lassen musste, kam Harrington gleich bei vier Operationen unters Messer.
Verletzungs-Risiko
"Das ist kein Zuckerschlecken", betont Harrington, der innerhalb von 13 Jahren insgesamt zwei Jahre verletzt ausfiel. "Verletzt sein ist nicht toll. Das kennt jeder. Aber diese Durststrecke muss man überstehen und sich auf vielen Events präsentieren, um im Gespräch zu bleiben", weiß Harrington. Morgen kann er auf jeden all topfit an den Start gehen – und hellwach.
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