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Meerbusch: Ärger um Air-Berlin-Flüge

VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 13.11.2008

Düsseldorf (RPO). Die Meerbuscher Fluglärmgegner werfen Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft vor, für rund zwei Drittel der Nachtflüge des Düsseldorfer Airports verantwortlich zu sein. Air Berlin verweist auf Flugsicherung und Flughäfen.

Air Berlin will den Flugbetrieb der Tochter dba einstellen. Foto: AP, AP

Die Nachtflüge über Meerbusch sind ein ständiges Streitthema zwischen Fluglärmgegnern und Airport. Der Verein „Bürger gegen Fluglärm“, der die öffentlich zugänglichen Flugdaten auswertet, macht in erster Linie Air Berlin für die späten Starts (nach 22 Uhr) und Landungen (nach 23 Uhr) verantwortlich). Etwa zwei Drittel dieser Flugbewegungen gingen auf das Konto des Ferienfliegers (inklusive LTU und dBa), obwohl dieser lediglich für etwa ein Viertel aller Flugbewegungen auf dem Airport verantwortlich sei.

Die Ursache sehen die Lärmgegner in der „rücksichtslosen und zu knappen Planung der Airline“. Die Lufthansa, deren Anteil am Düsseldorfer Flugverkehr bei fast 40 Prozent liegt, sei dagegen nur mit unter fünf Prozent an den Nachtflügen beteiligt. Im September lag die Zahl der Nachtflüge laut Lärmgegner bei bei 244, im Vorjahr waren es 201, 1994 lediglich 164.

Info

Nachtflugverbot

Regelung Das Nachtflugverbot ist eine komplizierte Regelung. Grundsätzlich ruht der Flugverkehr in Düsseldorf zwischen 23 Uhr 6 Uhr. Ab 22 Uhr sind keine Starts mehr erlaubt.

Ausnahmen Flieger, die um 21.50 Uhr keine Keile mehr unter den Reifen haben, können auch nach 22 Uhr noch starten. In Düsseldorf stationierte Airlines wie Air Berlin dürfen bis 24 Uhr „verspätet“ landen. Danach ist eine Sondergenehmigung eines Beamten der Bezirksregierung nötig, der dazu nachts am Flughafen Dienst tut.

Ausfälle bei der DFS

Air Berlin-Sprecherin Nadine Bernhard unterstreicht, dass die Häufung der Nachtflüge in den vergangenen Monaten in erster Linie mit Krankheitsfällen bei den Lotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) zu tun habe. Da der Düsseldorfer Luftraum nun mal überfüllt sei, habe das „leider zur Folge, dass die Maschinen Extrarunden über den Gebieten drehen müssen, die sowieso schon vom Fluglärm betroffen sind“. Die DFS sollte in der Sache etwas unternehmen. Air Berlin habe seine Verspätungen in Düsseldorf inzwischen bereits wieder reduziert.

Grund für den hohen Anteil von Air Berlin an den Abendflügen sei die Vergabepraxis der Slots (also Start- und Landetermine). Viele günstigere Slots seien „historische Slots“, das heißt, sie seien seit Jahren traditionell an bestimmte Gesellschaften vergeben. Andere Slots zu bekommen sei sehr schwierig. Für Verspätungen seien oft auch Probleme bei der Abfertigung an den Flughäfen der Ferienziele verantwortlich, so Nadine Bernhard. Air Berlin versuche schon, durch Zeitpuffer mit eingeplanten längeren Bodenzeiten über Mittag zu verhindern, dass sich Verspätungen aufschaukelten.

Andere Fluggesellschaften, die täglich mehrere Maschinen auf kürzeren Strecken einsetzten, hätten die Möglichkeit, Flüge zusammenzulegen und so flexibler auf Verspätungen zu reagieren. Air Berlin könne das in der Regel nicht, da viele Strecken in den Mittelmeerraum nur einmal am Tag geflogen würden.

Christoph Lange, Vorsitzender der Fluglärm-Gegner, hält die Erklärungen der Gesellschaft für Ausreden. Er fordert, dass die Nachtflüge „den Flughafen mehr kosten sollen als sie ihm einbringen“. Erreicht werden könne dies durch Gebühren oder durch Anträge Betroffener auf mehr Schallschutz.

Quelle: RP

 
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